Investing.com – Wells Fargo hat MSCI von „Equal Weight“ auf „Overweight“ heraufgestuft und sein Kursziel von 650 US-Dollar auf 700 US-Dollar angehoben. Dies begründet er mit der steigenden Nachfrage nach datengesteuerten Anlagestrategien und den wachsenden Chancen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz.
Analysten von Wells Fargo sagten, dass sich MSCI zu einem der am besten vertretbaren Unternehmen im Informationsdienstleistungssektor entwickelt, da Bedenken bestehen, dass KI traditionelle Daten- und Analyseunternehmen stören könnte. Die Bank sagte, MSCI sei aufgrund seiner proprietären Indexdaten, der etablierten Kundenbeziehungen und der hohen Umstellungskosten gut aufgestellt, um von der Ausweitung quantitativer Investitionen und KI-gestützter Finanzinstrumente zu profitieren.
Analysten hoben die starke Dynamik im Indexgeschäft von MSCI hervor, das drei Quartale in Folge robuste Nettoneuumsätze verzeichnete. Die Nachfrage wurde insbesondere von Hedgefonds, Brokern und systematischen Handelsfirmen angetrieben, die für quantitative Strategien stark auf umfangreiche Datensätze angewiesen sind.
Wells Fargo stellte fest, dass Quant-Strategien in den letzten fünf Jahren andere Hedgefonds-Ansätze übertroffen haben und bis 2026 voraussichtlich die stärkste Anlegernachfrage anziehen werden. Dem Bericht zufolge nehmen diese Strategien kontinuierlich MSCI-Datensätze auf, wodurch die Produkte des Unternehmens tief in die Handelsabläufe eingebettet und schwer zu ersetzen sind.
Die Bank geht auch davon aus, dass KI für MSCI zu betrieblichen Effizienzsteigerungen führt. Rund 84 % der Belegschaft des Unternehmens sind im Ausland ansässig und an der Datenerfassung und -kuratierung beteiligt, Bereichen, in denen die Automatisierung die Kosten erheblich senken könnte. Analysten sagten, MSCI habe bereits KI-gestützte Tools eingesetzt, um die Einstellung Hunderter zusätzlicher Mitarbeiter zu vermeiden und gleichzeitig Dutzende Millionen Dollar einzusparen.
Wells Fargo hat seine Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 über den Konsens der Wall Street angehoben und prognostiziert einen Gewinn pro Aktie von 20,23 US-Dollar im Jahr 2026 und 23,35 US-Dollar im Jahr 2027. Die Analysten sagten, dass ihr neues Ziel von 700 US-Dollar auf dem 30-fachen des prognostizierten Gewinns für 2027 basiert.
Trotz der optimistischen Aussichten erkannte der Bericht Risiken an, darunter den anhaltenden Druck auf aktive Vermögensverwalter aufgrund der langfristigen Verlagerung hin zu passiven Anlagen und der Gebührensenkung in der gesamten Fondsverwaltungsbranche. Analysten warnten außerdem, dass eine Überfüllung quantitativer Strategien letztendlich die Renditen schwächen und die Zuflüsse verringern könnte.
Die MSCI-Aktien schlossen am 26. Mai bei 588,52 US-Dollar, was einem Anstieg von fast 19 % gegenüber dem revidierten Kursziel von Wells Fargo entspricht.

