- Die Fed kann den Energieschock überstehen, wenn sie in ihrer Geldpolitik glaubwürdig bleibt
- Es ist noch zu früh, um die Auswirkungen des Nahostkriegs auf die Wirtschaft abzuschätzen
- Eine Reaktion auf einen vorübergehenden Energieschock könnte die Wirtschaft belasten
- Ich bin optimistisch, dass das Ende des Krieges zu sinkenden Energiepreisen führen wird
- Die derzeitige „mäßig restriktive“ Politik zielt darauf ab, Arbeitsplätze zu schaffen und die Inflation zu senken
- Ein längerer Energieschock würde die Inflation später in diesem Jahr unter Druck setzen
- Je länger der Krieg dauert, desto größer sind die Inflationsrisiken
- Ich möchte mehr Klarheit über die Auswirkungen des Krieges auf die Wirtschaft
- Die US-Wirtschaft blieb trotz der Fragilität des Arbeitsmarktes widerstandsfähig
- Es war gut für die Fed, im April an ihrer Lockerungspolitik festzuhalten
- Die Fortschritte bei der Senkung der Inflation sind ins Stocken geraten
Die Gouverneurin der Federal Reserve, Michelle Bowman, sagte, die US-Notenbank könne es sich leisten, einen vorübergehenden Energiepreisschock aufgrund des Konflikts im Nahen Osten zu überstehen, vorausgesetzt, die politischen Entscheidungsträger seien in ihrem Engagement für die Inflationskontrolle glaubwürdig.
Bowman warnte, dass es noch zu früh sei, um die vollständigen Auswirkungen auf Wachstum, Beschäftigung und Verbraucherpreise zu bestimmen. Sie erkannte zwar die Risiken an, die von höheren Energiekosten ausgehen, deutete jedoch an, dass eine sofortige geldpolitische Reaktion auf einen kurzlebigen Schock die Wirtschaftstätigkeit unnötig schwächen könnte.
Die Öl- und Energiepreise sind zunehmend volatiler geworden, da die Märkte die Dauer des Konflikts einschätzen. Bowman äußerte sich optimistisch, dass eine Lösung des Krieges letztendlich den Druck auf die globalen Energiemärkte verringern und zur Stabilisierung der Preise beitragen könnte.
Gleichzeitig warnte sie, dass ein länger andauernder Konflikt eine größere Herausforderung darstelle. Eine längere Periode erhöhter Energiekosten könnte sich später in diesem Jahr auf umfassendere Inflationsmaßnahmen auswirken und die Bemühungen der Fed, die Inflation wieder auf ihr Ziel von 2 % zurückzuführen, erschweren.
Bowman betonte vorerst, dass sie zusätzliche Klarheit wünsche, bevor sie Schlussfolgerungen über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts ziehe. Die Ungewissheit sowohl über die Dauer des Krieges als auch über seine Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte hat die Argumente für einen vorsichtigen Ansatz in der Geldpolitik bestärkt.
Bowman stellte fest, dass die Wirtschaftstätigkeit trotz Anzeichen einer Fragilität auf dem Arbeitsmarkt robust geblieben sei. Die Verbraucherausgaben und das Gesamtwachstum übertrafen weiterhin die Erwartungen, auch wenn die Einstellungszahlen zurückgegangen sind und die Unternehmen zunehmend Vorsicht walten lassen.
In Bezug auf die Geldpolitik beschrieb Bowman die aktuelle Haltung als „mäßig restriktiv“ und argumentierte, dass die Zinssätze weiterhin so positioniert seien, dass sie das doppelte Mandat der Fed unterstützen, maximale Beschäftigung zu fördern und gleichzeitig die Inflation unter Kontrolle zu bringen.
Sie verteidigte auch die Entscheidung des FOMC vom April, eine Lockerungspolitik beizubehalten, und meinte, es sei angebracht, bei der Bewertung eingehender Daten durch die politischen Entscheidungsträger Flexibilität zu wahren. Dies deutet darauf hin, dass sie sich immer noch im gemäßigten Lager befindet.
Dennoch räumte Bowman ein, dass sich die Fortschritte bei der Inflationsreduzierung in den letzten Monaten verlangsamt hätten. Die Kombination aus stagnierenden Fortschritten bei der Inflation, Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt und Anzeichen einer Schwäche am Arbeitsmarkt führt dazu, dass sich die Federal Reserve in einem komplexen politischen Umfeld zurechtfindet. Für Bowman besteht die Priorität weiterhin darin, zusätzliche Beweise zu sammeln, bevor der Kurs der Zentralbank angepasst wird.

