Wenn wir heute auf die geldpolitische Entscheidung der EZB blicken, teilt die BofA ihre Einschätzung darüber, wohin sich EUR/USD in den kommenden Monaten entwickeln dürfte.
Angesichts der Umstände des Nahostkonflikts weist das Unternehmen darauf hin, dass für EUR/USD noch mehr Potenzial besteht, nach unten zu navigieren, da die Märkte die unterschiedlichen Entwicklungen zwischen Euro und Dollar unterschätzen.
„Es gibt gute Gründe dafür, dass der EUR/USD möglicherweise über unserer Q2-Prognose von 1,14 gehandelt wird, was ebenfalls knapp unter seinem 12-Monats-Tief liegt. Die Wachstumsdivergenz zwischen den USA und dem Euroraum ist bemerkenswert und wird von den Zinsmärkten wohl unterbewertet.“
Aber die Hoffnung auf ein Friedensabkommen im Nahen Osten hat verhindert, dass sich größere Themen durchsetzen konnten. Auch wenn es auf den Energiemärkten zu einer gewissen Atempause gekommen ist, deuten Aufwärtsrisiken auf Abwärtsrisiken für den EUR hin (aus Sicht der Handelsbedingungen). Dies deutet auf die reale Möglichkeit einer weiteren USD-stützenden Neubewertung der Fed hin, während sich Zinserhöhungen der EZB als kontraproduktiv für den EUR erweisen könnten… Wir ziehen es vor, Erholungen abzuschwächen und weiterhin nach einem erneuten Abwärtstrend Ausschau zu halten.“
Der Punkt zur EZB wird nach der heutigen Zinserhöhung natürlich noch mehr Interesse auf sich ziehen.
Wie bereits erwähnt, befindet sich die Zentralbank in einer sehr schwierigen Lage, da sie die Geldpolitik wieder in einen nahezu restriktiven Bereich bringen muss, um sich auf den Kampf gegen die Inflation vorzubereiten. Damit riskieren sie aber gleichzeitig, die Wirtschaft in den Abgrund zu stürzen.
Ein einziger politischer Fehltritt reicht aus, um die Wirtschaft in eine Rezessionsspirale oder sogar in eine Inflationsspirale zu stürzen. Und in beiden Fällen dürfte die Euro-Währung unter den Folgen leiden.

