Investing.com – Die Aktie fiel um 2,0 % und notierte bei 54,72 €, nachdem die Deutsche Bank Research die Bewertung des deutschen Chemiehändlers herabgestuft und ihm das „Kaufen“-Rating entzogen und durch ein „Halten“ ersetzt hatte, während das Kursziel deutlich von 67 € auf 57 € gesenkt wurde.
Der Kern der pessimistischen These des Deutsche-Bank-Analysten Tristan Lamotte besteht darin, dass Brenntag ein übergroßer Nutznießer des Nahostkonflikts gewesen sei: Erhöhte Chemikalienpreise und weit verbreitete Störungen in der Lieferkette hätten die Margen erhöht, insbesondere bei ölgebundenen Grundchemikalien, in denen Brenntag stärker engagiert sei als die Konkurrenten.
Da sich der Konflikt nun auf eine Deeskalation zubewegt – nach einem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, das dazu beigetragen hat, dass der Konflikt in der vorangegangenen Sitzung auf Mehrmonatshochs gestiegen ist – geht Lamotte davon aus, dass dieser außergewöhnliche Rückenwind nachlässt und der Sektor zu normaleren Bedingungen zurückkehrt.
Um den Druck noch weiter zu erhöhen, behielt die Deutsche Bank gleichzeitig ihre „Kaufen“-Ratings für die direkten Konkurrenten von Brenntag bei und argumentierte, dass diese Mitbewerber gerade deshalb besser positioniert seien, weil ihr Produktmix weniger empfindlich auf konfliktbedingte Preisschwankungen reagierte und daher weniger einer Trendwende ausgesetzt sei.
Diese relative Verschiebung innerhalb des Chemiedistributionssektors machte Brenntag an diesem Tag zum klaren Nachzügler, auch wenn der DAX 40 leicht zulegte und etwa 0,2 % zulegte, wobei Brenntag zu den größten Verlierern des Index zählte.
Die Herabstufung erfolgt, nachdem die Aktie bereits deutlich von ihrem 52-Wochen-Hoch von 63,64 € zurückgegangen ist, was darauf hindeutet, dass die Anleger begonnen haben, eine gewisse Normalisierung einzupreisen.
Die Kombination aus einer formellen Herabstufung durch einen Analysten, einem reduzierten Kursziel und einer Sektorrotation hin zu Konkurrenten mit geringerer geopolitischer Gewinnsensibilität erwies sich als ausreichend, um Brenntag heute an das Ende der DAX-Rangliste zu katapultieren.
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