Die asiatischen Aktienmärkte eröffneten zu Beginn einer neuen Woche gemischt, da die Händler angesichts des Risikos einer weiteren Eskalation der Spannungen im Nahen Osten weiterhin nervös sind. US-Präsident Donald Trump drohte mit der Zerstörung der zivilen Infrastruktur Irans, einschließlich Kraftwerken und Brücken, wenn die lebenswichtige Wasserstraße nicht bis Dienstag geöffnet ist und Teheran seine Frist zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus bis Dienstag nicht einhält.
Iran hingegen legte eine neue Bedingung dar und sagte, dass der Transit über die strategische Wasserstraße wieder aufgenommen werden könne, wenn ein Teil der Einnahmen dazu verwendet werde, Iran für kriegsbedingte Schäden zu entschädigen. Darüber hinaus warnte Ali Akbar Velayati, ein Berater des neuen iranischen Obersten Führers Mojtaba Khamenei, dass die Widerstandsfront die Bab el-Mandeb-Straße im Roten Meer ins Visier nehmen könnte – einen weiteren kritischen Punkt. Dies schürt Sorgen über eine weitere Störung wichtiger globaler Handelsrouten und belastet weiterhin die Stimmung der Anleger.
Unterdessen unterstützen anhaltende geopolitische Unsicherheiten weiterhin die erhöhten Rohölpreise, die wiederum weiterhin Inflationssorgen schüren. Abgesehen davon beseitigt der am Freitag veröffentlichte positive US-Nonfarm-Payrolls-Bericht (NFP) jeglichen kurzfristigen Druck auf die Wirtschaft Federal Reserve (Fed) soll die Zinsen senken Tarife. Stattdessen preisen die Marktteilnehmer nun eine größere Chance ein, dass die US-Notenbank die Kreditkosten bis Ende dieses Jahres erhöhen wird. Dies erweist sich als ein weiterer Faktor, der die globale Risikostimmung untergräbt.
Zum Zeitpunkt des Schreibens Japans Nikkei 225 und der südkoreanische Kospi notieren im Tagesverlauf rund 1 % höher. In der Zwischenzeit geraten der indonesische IDX Composite und der malaysische KLCI-Index bei relativ geringer Konjunkturschwäche unter Abwärtsdruck Liquidität aufgrund des Feiertags Ostermontag auf vielen globalen Finanzmärkten.
Häufig gestellte Fragen zu asiatischen Aktien
Asien trägt rund 70 % zum globalen Wirtschaftswachstum bei und beherbergt mehrere wichtige Börsenindizes. Unter den entwickelten Volkswirtschaften der Region stechen der japanische Nikkei – der 225 Unternehmen an der Tokioter Börse vertritt – und der südkoreanische Kospi hervor. China verfügt über drei wichtige Indizes: den Hong Kong Hang Seng, den Shanghai Composite und den Shenzhen Composite. Als großes Schwellenland erregen indische Aktien auch die Aufmerksamkeit von Anlegern, die zunehmend in Unternehmen der Sensex- und Nifty-Indizes investieren.
Die wichtigsten Volkswirtschaften Asiens sind unterschiedlich und jede hat spezifische Sektoren, auf die man achten muss. Technologieunternehmen dominieren die Indizes in Japan, Südkorea und zunehmend auch China. Finanzdienstleistungen sind führende Aktienmärkte wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige Knotenpunkte des Sektors gelten. Auch in China und Japan ist die Produktion groß, mit einem starken Schwerpunkt auf der Automobilproduktion oder der Elektronikindustrie. Die wachsende Mittelschicht in Ländern wie China und Indien räumt auch Unternehmen mit Fokus auf Einzelhandel und E-Commerce eine immer größere Bedeutung ein.
Viele verschiedene Faktoren bestimmen die asiatischen Aktienmarktindizes, aber der Hauptfaktor für ihre Performance sind die aggregierten Ergebnisse der einzelnen Unternehmen, die in ihren vierteljährlichen und jährlichen Gewinnberichten offengelegt werden. Auch die wirtschaftlichen Grundlagen jedes Landes sowie die Entscheidungen seiner Zentralbanken oder die Finanzpolitik seiner Regierung sind wichtige Faktoren. Im weiteren Sinne können sich auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt oder Rechtsstaatlichkeit auf die Aktienmärkte auswirken. Auch die Wertentwicklung der US-Aktienindizes spielt eine Rolle, da die asiatischen Märkte in den meisten Fällen über Nacht die Führung der Wall-Street-Aktien übernehmen. Schließlich spielt auch die allgemeine Risikostimmung an den Märkten eine Rolle, da Aktien im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten wie festverzinslichen Wertpapieren als riskante Anlage gelten.
Die Investition in Aktien ist an sich schon riskant, doch die Investition in asiatische Aktien bringt regionalspezifische Risiken mit sich, die es zu berücksichtigen gilt. Asiatische Länder verfügen über ein breites Spektrum politischer Systeme, von vollständigen Demokratien bis hin zu Diktaturen, sodass ihre Anforderungen an politische Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit oder Unternehmensführung erheblich voneinander abweichen können. Geopolitische Ereignisse wie Handelsstreitigkeiten oder Territorialkonflikte können ebenso wie Naturkatastrophen zu Volatilität an den Aktienmärkten führen. Darüber hinaus können auch Währungsschwankungen einen Einfluss auf die Bewertung asiatischer Aktienmärkte haben. Dies gilt insbesondere für exportorientierte Volkswirtschaften, die tendenziell unter einer stärkeren Währung leiden und von einer schwächeren Währung profitieren, da ihre Produkte im Ausland billiger werden.

