Wichtige Erkenntnisse:
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Starke Abflüsse aus börsengehandelten Bitcoin-Fonds und massive Liquidationen zeigen, dass der Markt stark verschuldete Käufer verdrängt.
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Kennzahlen zu Bitcoin-Optionen zeigen, dass Profi-Händler sich gegen weitere Preisrückgänge im Zuge eines Ausverkaufs von Technologieaktien absichern.
Bitcoin (BTC) rutschte am Mittwoch unter 73.000 $ ab, nachdem er am Dienstag kurzzeitig erneut die 79.500 $-Marke getestet hatte. Dieser Abschwung spiegelte einen Rückgang des technologielastigen Nasdaq-Index wider, der auf eine schwache Umsatzaussicht des Chipherstellers AMD (AMD US) und enttäuschende Beschäftigungsdaten in den USA zurückzuführen war.
Händler befürchten nun einen weiteren Preisdruck bei Bitcoin, da börsengehandelte Spotfonds (ETFs) an zwölf Handelstagen Abflüsse von über 2,9 Milliarden US-Dollar verzeichneten.
Der durchschnittliche tägliche Nettoabfluss von 243 Millionen US-Dollar aus den in den USA notierten Bitcoin-ETFs seit dem 16. Januar deckt sich fast mit der Ablehnung von Bitcoin bei 98.000 US-Dollar am 14. Januar. Die anschließende 26-prozentige Korrektur über drei Wochen löste Liquidationen von gehebelten Long-BTC-Futures in Höhe von 3,25 Milliarden US-Dollar aus. Sofern der Käufer keine zusätzliche Marge hinterlegt hat, ist jeder Hebel, der das Vierfache übersteigt, bereits vernichtet.
Einige Marktteilnehmer machten die anhaltenden Folgen für den jüngsten Absturz verantwortlich Liquidation im Wert von 19 Milliarden US-Dollar am 10. Oktober 2025. Dieser Vorfall wurde Berichten zufolge durch einen Leistungsfehler bei Datenbankabfragen an der Binance-Börse ausgelöst, der zu verzögerten Übertragungen und falschen Datenfeeds führte. Die Börse räumte ein, dass es während des Ausverkaufs zu technischen Problemen gekommen sei, und zahlte den betroffenen Nutzern eine Entschädigung in Höhe von über 283 Millionen US-Dollar aus.
Laut Haseeb Qureshi, geschäftsführender Gesellschafter bei Dragonfly, „konnten die großen Liquidationen bei Binance nicht aufgefüllt werden, aber die Liquidationsmotoren feuern trotzdem weiter. Dies führte dazu, dass Market Maker ausgelöscht wurden und sie nicht in der Lage waren, die Scherben aufzusammeln.“ Qureshi fügte hinzu, dass der Absturz im Oktober 2025 „den Markt nicht dauerhaft zum Erliegen gebracht“ habe, merkte jedoch an, dass Market Maker „Zeit brauchen werden, um sich zu erholen“.

Die Analyse legt nahe, dass die Liquidationsmechanismen der Kryptowährungsbörsen „nicht wie TradFi-Mechanismen (Leistungsschalter usw.) auf Selbststabilisierung ausgelegt sind“ und sich stattdessen ausschließlich auf die Minimierung von Insolvenzrisiken konzentrieren. Qureshi weist darauf hin, dass es sich bei Kryptowährungen um eine „lange Reihe“ von „schlechten Dingen“ handelt, die sich historisch gesehen jedoch irgendwann erholen.
BTC-Optionsverzerrung signalisiert, dass Händler den Tiefststand von 72.100 $ bezweifeln
Um festzustellen, ob professionelle Händler nach dem Absturz pessimistisch reagierten, sollte man die BTC-Optionsmärkte bewerten. In Stressphasen steigt die Nachfrage nach Put-(Verkaufs-)Instrumenten stark an, wodurch die Delta-Skew-Metrik über die neutrale Schwelle von 6 % steigt. Eine übermäßige Nachfrage nach Abwärtsschutz signalisiert typischerweise einen Mangel an Vertrauen seitens der Bullen.

Der Delta-Skew der BTC-Optionen erreichte am Mittwoch 13 %, ein klares Zeichen dafür, dass professionelle Händler nicht davon überzeugt sind, dass der Bitcoin-Preis bei 72.100 $ seinen Tiefpunkt erreicht hat. Diese Skepsis beruht zum Teil auf Befürchtungen, dass der Technologiesektor unter dem zunehmenden Wettbewerb leiden könnte, da Google (GOOG US) und AMD proprietäre Chips für künstliche Intelligenz auf den Markt bringen.
Eine weitere Quelle des Unbehagens für Bitcoin-Inhaber sind zwei unabhängige und unbegründete Gerüchte. Erstens, a Bitcoin-Verkauf im Wert von 9 Milliarden US-Dollar eines Kunden von Galaxy Digital im Jahr 2025 wurde zuvor auf Risiken im Quantencomputing zurückgeführt. Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy, dementierte diese Gerüchte jedoch am Dienstag in einem X-Post.
Die zweite Spekulation betrifft die Zahlungsfähigkeit von Binance, die an Bedeutung gewann, nachdem die Börse am Dienstag mit technischen Problemen konfrontiert war, die Abhebungen vorübergehend stoppten. Aktuelle On-Chain-Metriken deuten darauf hin Bitcoin-Einzahlungen bei Binance bleiben relativ stabil.
Angesichts der aktuellen Unsicherheit hinsichtlich der makroökonomischen Trends haben sich viele Händler dafür entschieden, den Kryptowährungsmärkten den Rücken zu kehren. Diese Verschiebung macht es schwierig vorherzusagen, ob die Abflüsse von Bitcoin-Spot-ETFs weiterhin Abwärtsdruck auf den Preis ausüben werden.
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