- Vor dem Nahostkonflikt zeigten die zugrunde liegenden Daten, dass wir „auf dem richtigen Weg“ sind.
- Unter sonst gleichen Bedingungen können steigende Ölpreise die Inflation in die Höhe treiben und die Wirtschaftsleistung drosseln
- Eine Zinserhöhung ist immer noch möglich, wenn sich der wirtschaftliche Abschwung als vorübergehend erweist und sich nicht auf die zugrunde liegende Inflation auswirkt
- Wir haben die Zinsen diesen Monat stabil gehalten, da wir den Schwerpunkt auf eine geringere Sichtbarkeit der Wahrscheinlichkeit gelegt haben, das Inflationsziel zu erreichen
- Die zugrunde liegende Inflation beschleunigt sich allmählich in Richtung unseres Ziels von 2 %, ist jedoch nicht festgelegt
- Von der Zielinflationsrate sind wir derzeit noch weit entfernt
Die wichtigste Erkenntnis von Ueda und der BOJ heute ist, dass sie gerne in der Lage sein würden, die nächste Zinserhöhung voranzutreiben. Allerdings hat die Situation im Nahen Osten in den letzten zwei Wochen die Dinge sicherlich komplizierter gemacht.
Auch wenn es den Preisdruck erhöht, ist es nicht die Art, die die BOJ wirklich will. Die Zentralbank möchte, dass die Inflation durch steigenden Lohndruck und nicht durch kostentreibende Faktoren wie höhere Energiepreise angetrieben wird. Sie stecken also derzeit in einem großen Dilemma.
Und ähnlich wie alle Zentralbanken zum jetzigen Zeitpunkt darauf abzielen, legt Ueda großen Wert auf die Optionalität. Auch wenn die Marktvolatilität und die Unsicherheit über die Aussichten zugenommen haben, sagt er dennoch, dass die Zentralbank die Zinsen selbst während eines „vorübergehenden“ Abschwungs der Wirtschaft anheben könnte.
In seiner bisherigen Kommunikationsposition ging er lediglich so weit, zu sagen, dass man die Zinsen weiter erhöhen werde, „wenn sich die Wirtschaft und die Preise im Einklang mit den Prognosen entwickeln“. Wenn man es also ein wenig nach oben treibt, zeigt das, dass die Zentralbank immer noch Appetit hat, aber nur unter den richtigen Umständen.
Ich befürchte, dass die BOJ, wenn sie nicht aufpasst, in dieser Angelegenheit ihr Timing verpasst hat. Sie kamen kaum zu dem Umzug im Oktober, da Takaichi noch damit beschäftigt war, ihre Finanzplanung zu konsolidieren. Und da sie nun auf das Ergebnis der Lohnverhandlungen im Frühjahr warten wollten, hätten sie dieses Mal möglicherweise einfach alles verstreichen lassen.

