Der Präsident der Federal Reserve Bank of Atlanta, Raphael Bostic, signalisierte eine feste Haltung zur Geldpolitik und schlug vor, dass die Zentralbank geduldig und restriktiv bleiben sollte, da der Weg zu einer Inflation von 2 % weiterhin durch mögliche Preisschocks getrübt sei.
Trotz der Hoffnungen des Marktes auf einen schnelleren Lockerungszyklus zeichnet Bostics jüngster Kommentar das Bild einer vorsichtigen Zentralbank, die mit anhaltendem Preisdruck und einer sich verändernden Wirtschaftslandschaft zu kämpfen hat.
Bostic äußerte sich deutlich frustriert über den aktuellen Stand der Preisstabilität und wies darauf hin, dass die Inflation seit zwei Jahren „feststeckt“. Er betonte, dass die Fed immer noch auf „klare Beweise“ für eine Rückkehr zum 2-Prozent-Ziel warte.
Ein erheblicher Gegenwind in diesem Kampf sind die drohenden Auswirkungen der Handelspolitik. Bostic betonte, dass sich die Auswirkungen der Zölle noch nicht vollständig auf die Verbraucherpreise ausgewirkt haben, und geht davon aus, dass diese Auswirkungen bis in die erste Hälfte des Jahres 2026 anhalten werden. Daher geht er davon aus, dass die Inflation den größten Teil dieses Jahres „auf dem richtigen Weg“ sein wird.
Angesichts dieser Risiken sprach sich Bostic gegen sofortige Zinssenkungen aus. Die Fed muss „etwas restriktiv“ bleiben, um sicherzustellen, dass sich die Inflation nicht verfestigt. Ein „Two-Cut“-Szenario ist nicht seine Grunderwartung, wenn man bedenkt, wie hartnäckig sich die Inflation erwiesen hat.
Er räumt zwar ein, dass Inflations- und Beschäftigungsrisiken derzeit im Gleichgewicht sind, stellte jedoch fest, dass „das Abwärtsrisiko für die Beschäftigung jetzt viel weiter entfernt ist“, was der Fed mehr Spielraum gibt, sich auf die Preise zu konzentrieren. „Die Fed muss im Moment nicht nach unten gehen. Wir haben noch viel zu tun, um die Inflation zu bekämpfen, und müssen wachsam bleiben.“
Bezüglich der Fed-Bilanz plädierte Bostic für einen „Treasury-only“-Ansatz. Er schlug vor, dass die Fed ihre Bestände an hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) aufgeben und schließlich zulassen sollte, dass die Bilanz organisch im Einklang mit der Gesamtwirtschaft wächst.
Bostic ging auch auf die bevorstehenden Führungswechsel und die Nominierung von Kevin Warsh ein. Während Bostic Warsh als „nachdenklich“ bezeichnete, erinnerte er Beobachter daran, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) ein kollektives Gremium sei. „Jeder Vorsitzende hat eine Meinung“, bemerkte er, aber letztlich seien Zinsentscheidungen das Produkt eines Zwölf-Personen-Konsenses, der die institutionelle Unabhängigkeit der Fed gewahre.

