Laut den neuesten Daten des S&P Global/Rating Dog Purchasing Managers’ Index zeigte Chinas Fertigungssektor Ende 2025 erste Anzeichen einer Stabilisierung, wobei die Geschäftsbedingungen wieder in den Expansionsbereich tendierten. Obwohl die Verbesserung bescheiden ausfiel, stellte die Erholung eine willkommene Veränderung nach Monaten gedämpfter Dynamik dar, die hauptsächlich auf eine stärkere Inlandsnachfrage und nicht auf eine Erholung der Exporte zurückzuführen war.
Das Ergebnis spiegelte die früheren offiziellen PMIs wider:
Der saisonbereinigte Gesamt-PMI stieg von 49,9 im November auf 50,1 im Dezember und lag damit knapp über der Schwelle von 50, die Schrumpfung von Expansion trennt. Der Wert signalisierte eine geringfügige Verbesserung der Betriebsbedingungen und markierte den vierten Monat der Verbesserung in den letzten fünf Monaten, was darauf hindeutet, dass der Sektor nach einer längeren Schwächephase möglicherweise die Talsohle erreicht hat.
Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe verzeichnete im Dezember wieder ein Wachstum, nachdem sie zu Beginn des vierten Quartals stagniert hatte. Die Produzenten verwiesen auf einen stärkeren Zufluss neuer Arbeiten, unterstützt durch die Einführung neuer Produkte im Inland und durch Bemühungen zur Geschäftsentwicklung, was zur Steigerung des Gesamtumsatzes beitrug. Die Erholung blieb jedoch uneinheitlich. Die neuen Exportaufträge gingen zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten zurück, was auf die immer noch gedämpfte Auslandsnachfrage zurückzuführen ist und die anhaltende Belastung durch die schwache globale Lage verdeutlicht.
Trotz steigender Auftragseingänge blieben die Unternehmen in ihrem Einkaufsverhalten zurückhaltend. Insgesamt stagnierte die Einkaufsaktivität, da viele Hersteller angaben, über ausreichende Vorräte an Rohstoffen und Halbfabrikaten zu verfügen. Dennoch stiegen die Lagerbestände an Vorleistungen, nachdem sie im November zurückgegangen waren, was zum Teil auf Verbesserungen in der Lieferantenleistung zurückzuführen ist. Die Lieferzeiten der Lieferanten verkürzten sich im Dezember erneut, unterstützt durch eine bessere Kommunikation und ein besseres Serviceniveau zwischen den Lieferanten.
Die Beschäftigung schrumpfte weiter, wobei der Personalbestand im zweiten Monat in Folge zurückging. Die Umfrageteilnehmer wiesen auf eine Kombination aus Kündigungen und Entlassungen hin, wobei Stellenkürzungen häufig mit Umstrukturierungsbemühungen und Kostenkontrollmaßnahmen verbunden seien. Die reduzierte Personalkapazität in Verbindung mit höheren Verkaufsmengen trug zu einer schnelleren Anhäufung von Rückständen bei, wobei die Zahl der unfertigen Arbeiten so schnell zunahm wie seit drei Monaten nicht mehr. Um der Nachfrage gerecht zu werden, reduzierten die Unternehmen zunehmend ihre Lagerbestände an Fertigwaren, was zu einem weiteren Rückgang der Postproduktionsbestände führte.
Gegen Jahresende verschärfte sich der Kostendruck, hauptsächlich getrieben durch höhere Rohstoffpreise, insbesondere für Metalle. Die Vorleistungspreise stiegen im sechsten Monat in Folge, wobei das Tempo des Anstiegs das schnellste seit September war. Dennoch senkten die Hersteller weiterhin die Verkaufspreise, um den Absatz anzukurbeln und Lagerbestände abzubauen, wodurch sich die Divergenz vergrößerte, die die Gewinnmargen belastete. Eine Ausnahme bildeten die Exporteure, deren Exportpreise zum ersten Mal seit drei Monaten stiegen, da die Unternehmen versuchten, ihre Margen zu verteidigen.
Die Geschäftsstimmung blieb bis ins Jahr 2026 positiv, obwohl der Optimismus ab November nachließ und unter dem historischen Durchschnitt blieb. Die Hersteller zeigten sich vorsichtig zuversichtlich, dass neue Produkte, Expansionspläne und erwartete politische Unterstützung eine allmähliche Erholung im nächsten Jahr unterstützen würden, auch wenn weiterhin Unsicherheit über die Dauerhaftigkeit des aktuellen Aufschwungs besteht.
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China veröffentlicht zwei Haupt-PMI-Umfragen, die jeweils unterschiedliche Teile der Industrielandschaft erfassen. Der offizielle PMI wird vom National Bureau of Statistics erstellt und konzentriert sich hauptsächlich auf große, staatseigene und mit der Regierung verbundene Unternehmen. Darüber hinaus legt der von S&P Global / RatingDog erstellte PMI für den privaten Sektor einen größeren Schwerpunkt auf kleine und mittlere Unternehmen und ist somit ein genau beobachteter Maßstab für die Lage in Chinas Privatwirtschaft.
Die Unterscheidung ist wichtig. Während der offizielle PMI tendenziell die Bedingungen größerer Unternehmen mit besserem Zugang zu Krediten und politischer Unterstützung widerspiegelt, wird die Umfrage im Privatsektor oft als empfindlicher für Veränderungen der Inlandsnachfrage, der Preissetzungsmacht und der Beschäftigungsbedingungen angesehen. Auch methodische Unterschiede spielen eine Rolle, da sich die Caixin/RatingDog-Umfrage auf eine breitere und vielfältigere Stichprobe von Unternehmen stützte. Trotz dieser Gegensätze bewegen sich die beiden PMIs oft in die gleiche Richtung und bieten komplementäre Signale für die Gesundheit des chinesischen Fertigungssektors.

