Investing.com – Aktien der Eurozone könnten laut Analysten von UBS dank eines sich verbessernden zyklischen Ausblicks, eines günstigeren strukturellen Umfelds und angemessener Bewertungen ein „weiteres leichtes Aufwärtspotenzial“ verzeichnen.
In einer Mitteilung an die Kunden sagten die Strategen, darunter Matthew Gilman und Rolf Ganter, dass die aktuelle Gewinnsaison für das vierte Quartal ein „entscheidender Wegweiser“ für die positive Sicht des Unternehmens auf die europäischen Unternehmensergebnisse gewesen sei.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen haben inzwischen Berichte vorgelegt, und 54 % der Unternehmen in der Eurozone haben die Konsensprognosen für den Gewinn pro Aktie übertroffen, während 35 % darunter lagen, „was dies bisher zu einer leicht überdurchschnittlichen Ergebnissaison macht“, sagten die Analysten. Sie fügten hinzu, dass die Unternehmen trotz „schwacher“ Einnahmen dank „starker Kostenkontrolle“ die Schätzungen übertreffen.
„Dies schafft das Potenzial für einen erheblichen operativen Leverage, wenn die Volumina schließlich anziehen. Dies ist der Kern unserer These und der Grund für unsere positive Einschätzung der Erträge“, schrieben sie.
Ab dem zweiten Quartal 2026 dürften die Umsätze allmählich anziehen, prognostizierten sie und verwiesen auf „ermutigende grüne Triebe“ bei der globalen Geschäftstätigkeit, der US-Beschäftigung und den deutschen Industrieaufträgen.
Sie argumentierten, dass die Gewinne der Eurozone im Jahr 2026 ein Wachstum von rund 7 % und im Jahr 2027 ein Wachstum von 18 % erzielen könnten, nachdem es drei Jahre lang keine Einkommenssteigerung gegeben habe.
Vor diesem Hintergrund sagten die Analysten, dass ihre regionalen Präferenzen auf „Profiteure des zyklischen Aufschwungs“ wie Banken und Industrieunternehmen sowie auf Bereiche mit strukturellen Trends, insbesondere IT-Dienstleistungen, tendieren.
Allerdings reduzierten sie ihre Sicht auf den europäischen Versorgungssektor. Obwohl davon ausgegangen wird, dass das Segment durch einen durch künstliche Intelligenz bedingten Anstieg der Stromnachfrage und der Elektrifizierung angekurbelt wird, sind die Bewertungen „weniger attraktiv“ und diese Unternehmen dürften weniger von einer zyklischen Erholung profitieren als „andere konjunktursensiblere Teile des Marktes“.
Der paneuropäische Stoxx 50 ist in diesem Jahr bisher um mehr als 5 % gestiegen, während die Benchmark in den USA um etwa 0,7 % zulegte.

