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In den letzten fünf Jahren Rolls-Royce (LSE:RR) hat alles andere völlig zerstört FTSE 100 Aktien. Und mit einer Rendite von 1.200 %, die mehr als doppelt so hoch ist wie die des Zweitplatzierten, ist es nicht einmal annähernd so hoch Babcock International (+525 %).
Doch trotz dieser wirklich unglaublichen Leistung ist keine Investition perfekt. Und es ist immer wichtig, eine Aktie objektiv zu betrachten.
Werfen wir vor diesem Hintergrund einen Blick auf Rolls-Royce im Hinblick auf das Gute, das Schlechte und das Unbekannte.
Die Dinge scheinen auf dem richtigen Weg zu sein
Das Gute dreht sich eindeutig um die unglaubliche finanzielle Leistung des Unternehmens. In der Marktaktualisierung vom November bestätigte das Management, dass der Triebwerkshersteller auf dem besten Weg sei, für das Gesamtjahr einen bereinigten Betriebsgewinn von 3,1 bis 3,2 Milliarden Pfund Sterling zu erzielen, und zwar kostenlos Cashflow von 3 bis 3,1 Milliarden Pfund.
Entscheidend ist, dass dies trotz anhaltender Herausforderungen in der Lieferkette im gesamten Luft- und Raumfahrtsektor geschah.
Ich schaue nach vorn, UBS geht davon aus, dass der freie Cashflow im Jahr 2028 5,6 Milliarden Pfund erreichen könnte, etwas mehr als vom Markt erwartet. Die Bank geht davon aus, dass sowohl die Bereiche Civil Aerospace als auch Power Systems bis dahin deutlich höhere Margen verzeichnen werden.
Als Ergebnis gehen die Analysten der UBS von 1.625 Pence aus Kursziel der Aktiewas 34 % über dem aktuellen Niveau liegt. Auch die meisten anderen Analysten sind weiterhin optimistisch, was die Aktie angeht.
Die gute Nachricht ist also, dass sich Rolls-Royce trotz der Herausforderungen in der Lieferkette gut entwickelt und in den nächsten Jahren deutlich profitabler werden dürfte.
Mit Blick auf die weitere Zukunft bietet das Geschäft mit kleinen modularen Reaktoren (SMR) des Unternehmens enorme Wachstumschancen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur könnte es in 24 Jahren weltweit bis zu 1.000 SMRs geben.
Schließlich ist die Bilanz des Unternehmens in einer viel besseren Verfassung, was Dividenden und laufende Aktienrückkäufe unterstützt.
Preislich für Perfektion
Die negative Seite des Investment-Cases besteht hier darin, dass die Aktie hoch bewertet ist. Das heißt, ein Großteil des künftigen Wachstums aufgrund höherer Triebwerksflugstunden und steigender Verteidigungsausgaben scheint bereits fest verankert zu sein.
Das liegt daran, dass das zukunftsgerichtete Gewinnmultiplikator bei 37 liegt. Dies verhindert zwar nicht, dass der Aktienkurs weiter steigt, lässt aber wenig Spielraum für Fehler. Selbst eine leicht enttäuschende Prognose für 2026 in der nächsten Aktualisierung des Unternehmens Ende Februar könnte einen großen Ausverkauf auslösen.
Wie bereits erwähnt, brodeln im Hintergrund auch Herausforderungen. Flugzeugbauer Airbus hat auf den anhaltenden branchenweiten Druck in der Lieferkette im Jahr 2026 hingewiesen.
Und einige Unbekannte …
Ungewiss ist, wann sich das Unternehmen fest dazu verpflichten wird, wieder in den Markt für Schmalrumpfmotoren (Kurzstreckenmotoren) einzusteigen. Laut der neuesten globalen Prognose von Airbus werden zwischen 2025 und 2044 34.250 neue Single-Aisle-Flugzeuge benötigt, um die steigende Reisenachfrage zu decken.
Es ist klar, dass dies eine weitere enorme potenzielle Wachstumschance ist. Rolls-Royce hat angekündigt, im Rahmen einer Partnerschaft wieder in diesen Markt einsteigen zu wollen, Einzelheiten dazu sind uns jedoch noch nicht bekannt. Wie viel wird es kosten?
Eine weitere Unbekannte ist, wie lange CEO Tufan Erginbilgiç bleiben wird. Der Vorstand hat ihm gerade eine große Gehaltserhöhung zugesichert, und es gibt keinen Hinweis darauf, dass er darüber nachdenkt, das Unternehmen zu verlassen. Aber Erginbilgiçs Rücktritt oder Abgang wäre ein schwerer Schlag. Wer könnte in seine Fußstapfen treten?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Anleger bei Rolls-Royce-Aktien einige unterschiedliche Dinge berücksichtigen sollten. Langfristig sehen die Wachstumsaussichten des Unternehmens weiterhin sehr gut aus, allerdings könnte die Aktie derzeit überbewertet sein.
Wir werden mehr erfahren, wenn der Motorenhersteller am 26. Februar seine Ergebnisse für 2025 vorlegt.

