Die Senkung des Ausblicks durch Fitch stellt den fiskalpolitischen Kurs Neuseelands auf den Prüfstand und steigert die Renditen.
Zusammenfassung:
- Fitch ändert den Ausblick für Neuseeland auf „Negativ“ und bestätigt das Rating „AA+“.
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Die Sorgen konzentrieren sich auf die verzögerte Haushaltskonsolidierung und die steigende Verschuldung
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Die Staatsverschuldung dürfte bis zum Geschäftsjahr 27 ihren Höhepunkt bei etwa 56 % des BIP erreichen
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Der Zeitplan für die Rückkehr zum Überschuss wurde auf das Geschäftsjahr 30 verschoben
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Wirtschaftliche Erholung wird erwartet, es bestehen jedoch weiterhin Risiken durch externe Schocks
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Der Iran-Konflikt wird über den Energiekanal als Inflations- und Wachstumsrisiko eingestuft
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Das erhöhte Leistungsbilanzdefizit und die hohe Verschuldung der privaten Haushalte bleiben bestehen
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Die Renditen neuseeländischer Anleihen steigen nach Herabstufung des Ausblicks auf ~1-Jahres-Höchststände
Fitch Ratings hat den Ausblick für Neuseelands Staatsanleihen von „Stabil“ auf „Negativ“ korrigiert und gleichzeitig sein AA+-Kreditrating bestätigt. Dabei verwies das Land auf wachsende Herausforderungen im Zusammenhang mit der Haushaltskonsolidierung und einen langsamer als erwarteten Weg zum Schuldenabbau.
Die Agentur wies darauf hin, dass die Staatsverschuldung in den letzten Jahren nach einer Reihe wirtschaftlicher Schocks erheblich gestiegen sei und nun voraussichtlich weiter steigen werde, bevor sie sich stabilisiere. Bis zum Haushaltsjahr 2027 wird die Bruttostaatsverschuldung voraussichtlich rund 56 % des BIP erreichen, gegenüber 53,6 % im Geschäftsjahr 25, wobei eine Rückkehr zu den früheren Niveaus erst zum Ende des Jahrzehnts erwartet wird. Dieser Verlauf stellt eine deutliche Verschlechterung gegenüber den Prognosen dar, die der Rating-Anhebung Neuseelands für 2022 zugrunde liegen.
Fitch wies auch auf anhaltende Verzögerungen bei der Haushaltssanierung hin, da die von der Regierung bevorzugte Haushaltsausgleichsmaßnahme nun voraussichtlich im Geschäftsjahr 2030 wieder einen Überschuss aufweisen wird, ein Ziel, das wiederholt verschoben wurde. Analysten sagen, dass der Rückgang eine Kombination aus schwächerem Wirtschaftswachstum und anhaltenderem Ausgabendruck als ursprünglich erwartet widerspiegelt.
Kurzfristig wird erwartet, dass sich die Haushaltsdefizite weiter vergrößern, bevor sie sich allmählich verringern. Eine sinnvollere Konsolidierungsbemühung ist wahrscheinlich erst nach den Wahlen im Jahr 2026 im Land zu erwarten, was zu zusätzlicher Unsicherheit über den politischen Kurs führt, obwohl nach wie vor breite politische Einigkeit über die Notwendigkeit einer Stabilisierung der öffentlichen Finanzen besteht.
Trotz dieser Herausforderungen behält Neuseeland wichtige Kreditstärken, darunter starke Institutionen, einen glaubwürdigen politischen Rahmen und eine wohlhabende, entwickelte Wirtschaft. Auch staatliche Bilanzpuffer, etwa umfangreiche Staatsvermögenswerte und Bargeldbestände, sorgen für eine gewisse Widerstandsfähigkeit.
Die wirtschaftlichen Aussichten verbessern sich, wobei nach einem schwachen Jahr 2025 eine Erholung des Wachstums auf rund 2,8 % in den Jahren 2026 und 2027 prognostiziert wird. Allerdings bleiben Schwachstellen bestehen, insbesondere angesichts der Abhängigkeit Neuseelands von externer Finanzierung und der Anfälligkeit gegenüber globalen Schocks. Das Leistungsbilanzdefizit verringert sich zwar, bleibt aber hoch, und die Verschuldung der privaten Haushalte ist hoch.
Fitch wies auch auf steigende geopolitische Risiken hin und stellte fest, dass der anhaltende Iran-Konflikt Neuseeland durch höhere Energiepreise, erhöhten Inflationsdruck und eine mögliche Abschwächung der globalen Nachfrage beeinträchtigen könnte.
Die Märkte reagierten auf die Revision des Ausblicks, wobei die Renditen neuseeländischer Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit etwa einem Jahr stiegen, da die Anleger eine unsicherere Haushaltsentwicklung einpreisten. Während das Rating selbst unverändert bleibt, signalisiert der negative Ausblick ein erhöhtes Risiko einer Herabstufung, wenn sich die fiskalischen oder wirtschaftlichen Bedingungen weiter verschlechtern.
Der Kiwi-Dollar ist zu Beginn der neuen Woche niedriger, wobei die Entwicklungen im Nahen Osten einen großen Nachteil darstellen.

