Der Bitcoin-Preis fiel am Dienstag stark auf die Marke von 102.000 US-Dollar und weitete damit die Verluste von einem 24-Stunden-Hoch von über 107.000 US-Dollar aus.
Den ganzen Tag über Bitcoin-Preis sank, da die traditionellen Märkte deutliche Zuwächse verzeichneten. Bitcoin erholte sich zunächst aufgrund der Nachricht von der Wiedereröffnung der Regierung und einer möglichen Zollkontrolle, kehrte sich jedoch schnell um, als die allgemeine Risikostimmung gemischt wurde.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels liegt der Preis von Bitcoin bei rund 102.636 US-Dollar und bewegt sich damit in der Nähe der wichtigen psychologischen Unterstützung bei 99.000 US-Dollar.
Der Bitcoin-Preis fiel mit dem von Präsident Donald Trump zusammen Enthüllung eines vorgeschlagenen „Zolldividenden“-Schecks in Höhe von 2.000 US-Dollar für Amerikaner – ein populistischer Rabatt, der durch Rekordeinnahmen aus Zöllen finanziert wird. Der am Sonntag auf Truth Social angekündigte Plan verspricht, „Billionen Dollar“ aus globalen Handelszöllen zurückzuzahlen und dabei zu helfen, die Schulden des Landes in Höhe von 37 Billionen US-Dollar zu begleichen.
Die Märkte sahen das jedoch anders. Investoren betrachteten den Vorschlag als De-facto-Konjunkturprogramm – eines, das einer Wirtschaft, die bereits Anzeichen einer Überhitzung zeigt, wieder Liquidität im Stil einer Pandemie einführen könnte.
Inzwischen Washington rückte der Wiedereröffnung immer näher. Die Demokraten im Senat stimmten am späten Montag gemeinsam mit den Republikanern mit 60 zu 40 Stimmen für die Verabschiedung eines Notfinanzierungsgesetzes, das einen 41-tägigen Bundesstillstand beendet. Der Deal – voraussichtlich unterzeichnet von Präsident Trump – stellt die Bezahlung der Bundesangestellten wieder her und öffnet wichtige Dienste wieder, hat jedoch innerhalb der demokratischen Fraktion eine Debatte über den Wegfall der Verlängerung der Gesundheitszuschüsse ausgelöst.
Technisches Bild: Bitcoin-Preis gefangen zwischen Bullen und Bären
Die Preisstruktur von Bitcoin bleibt fein im Gleichgewicht zwischen Unterstützung und Widerstand. Die 99.000-Dollar-Marke, verstärkt durch den exponentiellen gleitenden 55-Wochen-Durchschnitt, fungiert weiterhin als entscheidende Untergrenze. Auf der anderen Seite liegt der Fibonacci-Widerstand bei etwa 109.400 US-Dollar, wobei ein stärkerer Verkaufsdruck bei 111.000 US-Dollar erwartet wird.
Ein entscheidender Ausbruch über 116.000 US-Dollar könnte eine Erholung in Richtung 129.000 US-Dollar, der Obergrenze des sich ausweitenden Keilmusters des Bitcoin-Preises, wieder auslösen.
Institutionelle Käufe bleiben robust. Strategy, der größte Unternehmens-Bitcoin-Inhaber, offengelegt ein Kauf von 487 BTC im Wert von 49,9 Millionen US-Dollar letzte Woche, wodurch sich sein Bestand auf mehr als 641.000 Münzen im Wert von fast 47,5 Milliarden US-Dollar erhöht.
Der makroökonomische Optimismus im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung der Regierung hat zugenommen unterstützte Aktienwas sich geringfügig auf die Kryptomärkte auswirkte. Analysten warnen jedoch, dass erneute Haushaltsstreitigkeiten oder langsamere ETF-Zuflüsse die Volatilität wieder anheizen und den Bitcoin-Preis wieder auf 96.000 oder sogar 93.000 US-Dollar drücken könnten.
Trotz der kurzfristigen Unsicherheit bleiben die langfristigen Indikatoren konstruktiv. Steigende Produktionskosten und eine wachsende Zahl von Langzeitbesitzern verknappen weiterhin das Angebot – ein Umstand, der in der Vergangenheit großen zyklischen Aufschwüngen vorausging. Da vor der Halbierung im Jahr 2028 nur noch 5 % des gesamten Bitcoin-Angebots abgebaut werden müssen, wird Knappheit wieder zu einem vorherrschenden Narrativ.
Bitcoin-Preisbild: Von 100.000 $ auf 1 Million $?
Im letzten Jahrzehnt hat der Anstieg des Bitcoin-Preises von einigen Hundert Dollar auf über 100.000 Dollar das globale Finanzwesen verändert und zu einem der dramatischsten Vermögenstransfers in der modernen Geschichte geführt. Die Frage ist nun: Kann dieses exponentielle Wachstum anhalten – vielleicht sogar im siebenstelligen Bereich?
Während Modelle wie Stock-to-Flow an Glaubwürdigkeit verloren haben, Ihre zentrale Idee gilt immer noch: Knappheit steigert den Wert. Ein fundierterer Ansatz besteht darin, die Produktionskosten von Bitcoin zu verfolgen – die durchschnittlichen Energiekosten für den Abbau eines BTC – die in der Vergangenheit als strukturelle Untergrenze fungierten.
Bis 2028, nach der nächsten Halbierung, könnte der Bitcoin-Preis 175.000 US-Dollar pro BTC erreichen. Wenn Bitcoin weiterhin über seiner Kostenbasis gehandelt wird, könnte sich seine faire Bewertung 200.000 US-Dollar nähern. Laut Daten von Matt Crosby und Bitcoin Magazine Pro könnten die Mining-Kosten bis 2032 auf 675.000 US-Dollar steigen, was einen potenziellen Höchststand von fast 1 Million US-Dollar bedeuten würde, wenn das Preis-Kosten-Verhältnis historischen Mustern folgt.
Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von Bitcoin hat sich verlangsamt, bleibt aber robust. Regressionsbasierte Modelle gehen von einem Preis zwischen 2 und 10 Millionen US-Dollar bis 2040 aus – allerdings sind solche Prognosen rückblickend und sollten mit Vorsicht behandelt werden.
Letztendlich wird der Preis von Bitcoin von der Makroliquidität, den realen Renditen und der Akzeptanz abhängen. Da das Emissionsvolumen zurückgeht und die Nachfrage anhält, werden die Produktionskosten und die Kapitalrotation aus traditionellen Vermögenswerten wahrscheinlich die Grundlage für die nächste Wachstumsphase sein.
Wenn sich die Geschichte reimt, könnte die Mitte der 2030er Jahre die Annäherung von Bitcoin an eine siebenstellige Ära markieren – obwohl, wie immer, Modelle die Erwartungen leiten, nicht das Schicksal.

