Bildquelle: BT Group plc
Der BT (LSE: BT.A) Der Aktienkurs ist im letzten Monat um rund 5 % gefallen, nachdem Analysten von New Street Research ihr Rating von „Kaufen“ auf „Neutral“ herabgestuft hatten und sich damit einer Welle von jüngsten Herabstufungen angeschlossen hatten. Dies folgte Citigroup‘s Verkaufsaufruf Anfang September und ein aktuelles Underperform-Rating von BNP Paribas Exane.
Die vorsichtige Stimmung wirft die Frage auf: Ist BT angesichts einer angebotenen Rendite von 4,5 % immer noch einen Blick wert?
Der 5G-Spielplan
Die ehrgeizigen Netzwerkpläne von BT sorgten kürzlich bei der Veranstaltung „Connected Britain 2025“ für Schlagzeilen. Das Unternehmen gab über seine Marke EE bekannt, dass es bis 2030 99 % der britischen Bevölkerung mit eigenständigem 5G (unter der Marke 5G+) versorgen will.
Das sind rund vier Jahre Vorsprung gegenüber der Konkurrenz und entsprechen weitgehend den Konnektivitätszielen der Regierung. Aber die Gruppe scheut sich nicht, Bedenken hinsichtlich Planungshindernissen, Frequenzlizenzen und staatlichen Gebühren zu äußern, die ihrer Meinung nach einen potenziellen Wirtschaftsaufschwung in Höhe von 230 Milliarden Pfund verzögern könnten.
Diese große Vision ist nicht billig. BT hat Ressourcen in den Vollfaserausbau gesteckt, der mittlerweile über 18 Millionen Standorte erreicht, und verwaltet gleichzeitig den 5G-Ausbau. Die Finanzierung all dieser Maßnahmen hat zu einer Gesamtverschuldung von rund 23 Milliarden Pfund geführt, was die Anleger zu der Frage veranlasst, ob die Vorteile einer solchen Investition bereits eingepreist sind.
Für eine Aktie, die derzeit bei etwa 185 Pence gehandelt wird, deuten die jüngsten Maßnahmen der Analysten darauf hin, dass der Optimismus nachlässt.
Dividenden: stabil oder gestreckt?
Für viele Anleger ist BT seit langem ein Dividende standhaft. Das Unternehmen zahlte dieses Jahr für das Jahr bis zum 31. März eine leicht erhöhte Dividende (plus 2 % auf 8,16 pa Aktie). Mit einer Rendite von mittlerweile 4,5 % ist die Rendite für Einkommenssuchende durchaus attraktiv.
Doch die Geschichte zeigt, dass die Auszahlungen von BT nicht immer zuverlässig waren; Kürzungen in den vergangenen Jahren beeinträchtigten die Glaubwürdigkeit der Einnahmen. Da das Unternehmen neben seinem Versprechen von 900 Millionen Pfund an jährlichen Kosteneinsparungen auch Bargeld in die landesweite Infrastruktur fließen lässt, besteht das Risiko darin, ob diese Dividende nachhaltig bleibt, wenn sich die Bedingungen verschlechtern.
Das Finanzbild
Die Leistung von BT im Geschäftsjahr 25 zeichnet ein gemischtes Bild. Der Telekommunikationsriese meldete einen Umsatz von rund 20 Milliarden Pfund bei nur 1 Milliarde Pfund Gewinn – was einer mageren Nettomarge von 5 % entspricht. Die Schulden bleiben mit rund 23,3 Milliarden Pfund hoch, während der freie Cashflow bei etwa 1,2 Milliarden Pfund liegt.
Damit sind zwar immer noch die Dividendenverpflichtungen gedeckt, die etwa drei Viertel des Gewinns ausmachen, aber der Spielraum für Fehler ist begrenzt. Analysten von New Street Research sehen im angespannten Breitbandmarkt eine neue Bedrohung, da die Festnetznachfrage aufgrund von Alternativen wie Fixed Wireless Access (FWA) und mobilem Tethering zurückgeht.
Wenn sich dieser Trend beschleunigt, könnte BTs kostenintensiver 5G- und Glasfaser-Ausbau Schwierigkeiten haben, proportionale Erträge zu erwirtschaften.
Für meinen Geschmack zu riskant
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis Da das Kurs-Gewinn-Verhältnis nahe bei 20 liegt, schreien BT-Aktien kaum nach einem Schnäppchen. Kombiniert man das mit einer hohen Schuldenlast, einem Rückgang der Breitbandnachfrage und Erinnerungen an die Dividendenvolatilität – ja, es ist leicht, meine Vorsicht zu verstehen.
Obwohl die 5G-Ambitionen von BT lobenswert sind, denke ich, dass die Aktie bereits einen Großteil dieses Optimismus widerspiegelt. Solange das Unternehmen keine Fortschritte beim Schuldenabbau und der Generierung eines stärkeren freien Cashflows zeigt, kann man sich kaum freuen.
Für mich ist es auf jeden Fall etwas, das man sich ansehen sollte – aber ich werde es noch nicht für mein Portfolio in Betracht ziehen.

