Die steuerliche Behandlung von XRP-Waren änderte sich, als die SEC und die CFTC XRP gemeinsam als digitale Ware einstuften – neben Bitcoin, Ethereum, Solana, Cardano, Shiba Inu und 11 anderen. Die meisten Inhaber konzentrierten sich auf den legalen Gewinn. Deutlich weniger hielten inne und fragten, welche Auswirkungen diese Einstufung tatsächlich auf ihre Steuerrechnung hat und welche Regeln nun stillschweigend auf dem Tisch liegen. In diesen Regeln verbirgt sich ein echtes Steuerschlupfloch für Kryptowährungen – ein Schlupfloch, das Rohstoff-Futures-Händler seit Jahrzehnten nutzen – und von dem XRP-Investoren derzeit größtenteils nichts wissen.
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Wie sich XRP-Rohstoffsteuerregeln und 60/40-Schlupflöcher auf Gewinne aus digitalen Vermögenswerten auswirken

Die 60/40-Regel und die XRP-Rohstoffsteuer
Chad Steingraber hat den Steueraspekt schnell erkannt. Unmittelbar nach der Klassifizierung legte er dar, wie Warentermingeschäfte lange Zeit nach einer 60/40-Regel funktionierten – der IRS behandelt 60 % der Gewinne als langfristige Kapitalgewinne und 40 % als kurzfristige, immer, unabhängig davon, wie kurz die Position offen war.
Das Steuersystem behandelt Waren als Kapitalvermögen, und dieser Rahmen ist von großer Bedeutung. Aktienanleger verstehen das nicht. Jemand, der innerhalb eines Jahres eine Aktie kauft und verkauft, zahlt für jeden Dollar Gewinn normale Einkommensraten. Rohstoff-Futures-Händler vermeiden dieses Ergebnis seit Jahren. XRP, das mittlerweile als digitale Ware eingestuft wird, gehört zur gleichen Kategorie.


Quelle: Watcher.Guru
ETFs, ETNs und die Sammelrate von 28 %
Für Anleger, die strukturierte Produkte nutzen, wird die Besteuerung digitaler Vermögenswerte komplizierter. ETFs, die Warentermingeschäfte halten, befolgen im Allgemeinen die 60/40-Regel und melden Erträge über K-1-Partnerschaftsanmeldungen – was für Krypto-Investoren in Warentermingeschäfte ein gutes Ergebnis ist. ETFs, die den physischen Vermögenswert halten, werden jedoch vom IRS als Sammlerstücke besteuert, wodurch die maximale langfristige Kapitalgewinnrate auf etwa 28 % steigt. Das liegt deutlich über den üblichen 15–20 %, die die meisten Aktienanleger zahlen, und Broker weisen beim Angebot dieser Produkte nicht immer auf den Unterschied hin.
ETNs funktionieren noch anders – sie fungieren als Schuldtitel, sodass der IRS kurzfristige Gewinne als ordentliches Einkommen besteuert, während langfristige Gewinne möglicherweise für die Behandlung von Kapitalgewinnen in Frage kommen. Steingraber wies auf diese Unterschiede hin, als er darlegte, wie verschiedene Vehikel die Besteuerung digitaler Vermögenswerte beeinflussen – und das Ergebnis der XRP-Warensteuer ist bei jedem wirklich unterschiedlich, sodass die Wahl der falschen Struktur echte Steuerkosten mit sich bringt.
Mark-to-Market, Verlustregeln und was noch ungeklärt ist
Steingraber wies auch darauf hin, dass die Mark-to-Market-Bilanzierung etwas sei, auf das XRP-Händler im Rahmen von Rohstoffrahmen stoßen könnten. Nach dieser Regel müssen Händler am Jahresende nicht realisierte Gewinne und Verluste melden, auch wenn sie nichts verkauft haben. Für Inhaber, die ihre XRP-Warensteuerrechnung normalerweise bis zu einem tatsächlichen Verkauf aufschieben, ist dies eine bedeutende Änderung in der Art und Weise, wie sie ihr jährliches Risiko verwalten. Auf der anderen Seite gleichen Kapitalverluste Kapitalgewinne aus, und Anleger können jedes Jahr bis zu 3.000 US-Dollar verbleibender Verluste mit dem ordentlichen Einkommen verrechnen. Ungenutzte Verluste werden auf unbestimmte Zeit vorgetragen – und für XRP-Investoren, die erhebliche Rückgänge überstanden haben, wird dieses Tool mit der Erholung des Vermögenswerts wertvoller.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels hat das IRS keine formellen Leitlinien dazu herausgegeben, wie das Rohstoffrahmenwerk auf XRP-Spotbestände und -Derivate anzuwenden ist. Die Richtung ist jedoch klar: Die XRP-Warensteuervorschriften bewegen sich in ein Gebiet, das in der Vergangenheit aktive Futures-Händler begünstigte, und die 60/40-Steuerregel, auf die Krypto-Investoren über Derivate zugreifen können, ist ein echter, dokumentierter Vorteil. Wie der IRS letztendlich jede Struktur behandeln wird, bleibt eine offene Frage, und ein Steuerexperte, der diesen Bereich genau beobachtet, ist derzeit der praktischste nächste Schritt.

