Goldman Sachs argumentiert diesen Punkt aus der Perspektive der Risiken der Zentralbanknachrangigkeit und weist darauf hin, dass der Schweizer Franken hierfür die „bestplatzierte globale Währungsabsicherung“ sei. Das Unternehmen führt jedoch auch andere Faktoren an, weshalb die Währung vor dem aktuellen makroökonomischen Hintergrund eine gute Wahl ist.
„Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass der Franken die am besten geeignete globale Devisenabsicherung für das Risiko der Nachrangigkeit gegenüber Zentralbanken ist. Wie wir kürzlich festgestellt haben, ist die Währung über ihre üblichen Eigenschaften als sicherer Hafen hinaus auch besonders widerstandsfähig gegenüber globalen Inflationsrisiken. Und im Inland trägt die solide finanzielle Grundlage der Schweiz zur Attraktivität der Währung als sicherer Hafen bei und schützt den Franken vor Spillover-Effekten auf die Märkte bei fiskalischen Risikoepisoden.“
Dennoch sind sie immer noch nicht davon überzeugt, dass der Schweizer Franken von nun an große Gewinne bringen kann. Zur Erinnerung: Sie haben zuvor darauf hingewiesen:
„Wir gehen davon aus, dass EUR/CHF in den kommenden Monaten in einer breiten Schwankungsbreite bleiben wird, mit einem allmählichen Anstieg auf 0,95 bis zum Jahresende.“
Diese Ansicht wird auch in dieser jüngsten Mitteilung bekräftigt.
In manchen Fällen ist die SNB ein wesentlicher Risikofaktor für die Begrenzung des Währungspotenzials. Dies liegt daran, dass sie wahrscheinlich eine harte Linie näher an 0,9200 in EUR/CHF ziehen werden, um zu diesem Zeitpunkt eine starke Aufwertung des Frankens zu verhindern.
Ein Hinweis von Anfang dieser Woche:
„Sie müssen die Dinge an der Inflationsfront in den Griff bekommen, oder sollte ich sagen Deflation, und eine stärkere Währung ist keine erfreuliche Entwicklung. Die Zentralbank möchte sich von der Negativzinspolitik fernhalten, solange sie dazu in der Lage ist. Aber gleichzeitig ist diese Denkweise ein zweischneidiges Schwert in dem Sinne, dass sie die Franken-Währung angesichts dieser Aussichten in einer festeren Position hält.“
Da der Dollar und der Yen im Schlamm stecken und die geopolitischen und wirtschaftlichen Spannungen sich weltweit verschärfen, ganz zu schweigen von den einkalkulierten fiskalischen Risiken, wird das nur dazu führen, dass der Franken auf absehbare Zeit die bevorzugte Zufluchtswährung bleibt.
Die einzige wirkliche Frage ist, wie sehr die SNB dies tolerieren kann und ob sie die Linie weiterhin auf dem Niveau von 0,9200 halten will. Das Beste, worauf sie jetzt hoffen können, ist, dass die geopolitischen Spannungen irgendwann vorübergehen und der Druck durch Währungsgewinne etwas nachlassen wird. Aber wie man im Jahr 2025 sieht, scheint die Diskussion über 0,9200 nicht so schnell zu verschwinden.
Aber da die SNB auch eine gewisse Untergrenze bietet, scheint auch das Abwärtspotenzial begrenzter zu sein.“

