Der Schlagzeilenwert ist ein 10-Monats-Tief, da ein Rückgang der Nachfragebedingungen dazu führt, dass die deutsche Produktionsaktivität im letzten Monat des letzten Jahres einbricht. Bemerkenswert ist, dass die Produktion im verarbeitenden Gewerbe aufgrund rückläufiger Exportverkäufe zum ersten Mal seit zehn Monaten in einen Rückgangsbereich abrutschte. Und das führte zu tieferen Kürzungen bei der Beschäftigung, beim Einkauf und bei den Betriebsmittelbeständen.
Unterdessen bleibt der Preisdruck bestehen, da die Warenproduzenten im Dezember zum ersten Mal seit fast drei Jahren einen Anstieg der durchschnittlichen Inputpreise meldeten. Und die Panelmitglieder stellten auch fest, dass Metalle ein wesentlicher Treiber der Kosteninflation seien. Das ist also etwas, das man zumindest zur Kenntnis nehmen sollte. HCOB kommentiert Folgendes:
„Das verarbeitende Gewerbe hatte zu Beginn des Jahres 2025 Anzeichen einer Erholung gezeigt, aber der Abschwung hat sich im Dezember erneut verschärft, was auf Investitionen und Konsumgüter zurückzuführen ist. Der PMI-Gesamtindex ist auf den niedrigsten Stand seit letztem Februar gerutscht. Der starke Rückgang der Exportaufträge, die nun den fünften Monat in Folge gesunken sind, deutet auf einen sehr schwachen Start ins Jahr 2026 hin.“
„Im Dezember war die Industrie nicht nur von einer schwachen Nachfrage und sinkenden Verkaufspreisen betroffen, sondern überraschenderweise auch von steigenden Inputpreisen. In den letzten Monaten hatten diese Preise Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt, aber einen Anstieg gab es seit fast drei Jahren nicht mehr. Dieser Anstieg könnte auf die höheren Preise von Industriemetallen wie Kupfer und Zinn zurückzuführen sein, die in Euro sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr teurer waren.“
„Die Lagerbestände an eingekauften Gütern sind in den letzten drei Monaten in einem beschleunigten Tempo gesunken. Da die Bestellungen versiegen, wollen die Unternehmen auch ihre Lagerbestände einsparen und bauen diese ab. Die Lagerbestände an Vorleistungen sinken seit Beginn des ungewöhnlich langen Jahres 2023, und die Entwicklungen in den letzten drei Monaten lassen keine Hoffnung auf eine baldige Trendwende zu.“
„Der Personalabbau setzte sich im Dezember nahezu unvermindert fort. Geringere Investitionen und Sparmaßnahmen dürften diesen Trend vorangetrieben haben. Die seit letztem Juli verfügbare Möglichkeit der beschleunigten Abschreibung hat offensichtlich noch keine sichtbaren Auswirkungen gezeigt. Mit dem Start von staatlich geförderten Infrastrukturprojekten und der boomenden Nachfrage nach Verteidigungsgütern könnten die Dinge im Jahr 2026 anders aussehen. Tatsächlich rechnen mittlerweile mehr Unternehmen mit einer höheren Produktion in einem Jahr.“

