Laut On-Chain-Daten von CryptoQuant wurden Spekulationen darüber, dass sich Bitcoin-Wale in einer massiven Wiederakkumulationsphase befinden, deutlich überbewertet, was darauf hindeutet, dass sich die Marktstruktur für digitale Vermögenswerte nicht wesentlich verändert hat.
Das beliebte Narrativ, dass Großinhaber Bitcoin aggressiv kaufen (BTC) sei irreführend, sagte Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant. Viele der öffentlich geteilten Daten zur „Walakkumulation“ werden eher durch börsenbezogene Aktivitäten als durch echtes Anlegerverhalten verzerrt.
Kryptowährungsbörsen bündeln aus betrieblichen und regulatorischen Gründen routinemäßig Gelder aus vielen kleineren Wallets in weniger großen. Dieser Prozess erhöht künstlich die Anzahl der Wallets mit sehr hohen Guthaben, was dazu führt, dass On-Chain-Tracker die Aktivität fälschlicherweise als Walansammlung klassifizieren.
Wenn man diese börsenbedingten Verzerrungen herausfiltert, zeigen die Daten, dass Großinhaber immer noch Bitcoin verteilen, anstatt es zu akkumulieren, sagte Moreno.
Infolgedessen sinken die Gesamtbestände der Wale weiter. Auch die Bestände an Adressen mit 100 bis 1.000 BTC sinken, ein Trend, der auf anhaltende Abflüsse von Exchange Traded Funds (ETF) hindeutet.
Die Daten sind bedeutsam, weil Bitcoin-Wale üben einen übergroßen Einfluss auf den Markt aus, da große Transaktionen oft zu Preisbewegungen und Phasen der Volatilität führen. Allerdings hat sich die Marktstruktur seit Anfang 2024 mit der Einführung von US-Spot-Bitcoin-ETFs verändert, die sich zu wichtigen Inhabern des digitalen Vermögenswerts entwickelt haben.

Ein Silberstreif am Horizont: Langzeitinhaber wenden sich der Akkumulation zu
Während die Debatte darüber, ob sich Bitcoin-Wale wieder anhäufen, andauert, deuten andere On-Chain-Daten auf eine konstruktivere Verschiebung bei einer genau beobachteten Kohorte hin: den Langzeitinhabern.
Matthew Sigel, Leiter der Forschung zu digitalen Vermögenswerten bei VanEck, sagte, dass die langfristigen Bitcoin-Inhaber in den letzten 30 Tagen zu Netto-Akkumulatoren geworden seien, nachdem es zu dem seiner Meinung nach größten Verkaufsereignis der Kohorte seit 2019 gekommen sei.

Die Verschiebung deutet darauf hin, dass eine der wichtigsten Ursachen für den jüngsten Verkaufsdruck bei Bitcoin zumindest kurzfristig nachlassen könnte.
Die Preisbewegung von Bitcoin spiegelt noch keine nachhaltige Erholung wider, aber der Vermögenswert hat auch einen erneuten Test vermieden Tiefststand unter 80.000 US-Dollar seit November. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels wurde Bitcoin leicht über 90.000 US-Dollar gehandelt.
Quelle: Das Krypto-Investment-Playbook 2026: Bitcoin, Stablecoin-Infrastruktur, tokenisierte Vermögenswerte

