Die Wohnungsbaufinanzierung beschleunigte sich im vierten Quartal und stützte damit das Narrativ einer „noch warmen“ Inlandsnachfrage, doch die nächste Zinserhöhung durch die RBA ist immer noch wahrscheinlicher im Mai als im März.
Zusammenfassung:
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Die Immobilienfinanzierung im vierten Quartal ist bei Eigennutzern, Investoren und Erstkäufern gestiegen
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Das Wertwachstum übertraf das Volumen, was auf größere durchschnittliche Kreditgrößen hindeutet
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Das Wachstum des Anlegerwerts hat sich seit dem Anstieg im dritten Quartal deutlich abgeschwächt
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Die RBA erhöhte die Leitzinsen im Februar auf 3,85 % und begründete dies mit der anhaltenden Inflation und dem Kapazitätsdruck
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Der Marktkonsens stimmt May für den nächsten Schritt zu; Der März bleibt ein Risiko mit geringerer Wahrscheinlichkeit
Die neuesten Zahlen zur Immobilienfinanzierung in Australien deuten auf einen deutlichen Anstieg der Kreditnachfrage bis Ende 2025 hin, das Signal für die kurzfristige Politik der Reserve Bank of Australia dürfte jedoch bescheiden ausfallen.
Das Australian Bureau of Statistics gab an, dass die Zahl der neuen Wohnungsbaudarlehenszusagen im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal um 5,1 % gestiegen ist, während der Wert um 9,5 % stieg. Die Eigennutzerzusagen stiegen im Quartal um 4,8 % und der Wert stieg um 10,6 %, während die Anlegerzusagen um 5,5 % stiegen und der Wert um 7,9 % zunahm, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem sehr starken Vorquartal. Auch die Aktivität der Erstkäufer von Eigenheimen verbesserte sich: Die Zusagen stiegen um 6,8 % und der Wert stieg um 15,5 %.
Die Schlagzeile lautet, dass die Dynamik der Immobilienkredite trotz höherer Zinsen und des immer noch erhöhten Drucks auf die Lebenshaltungskosten stabil blieb, was die Ansicht bestärkt, dass zinsempfindliche Teile der Wirtschaft weiterhin widerstandsfähig bleiben. Für die RBA ist die Immobilienfinanzierung jedoch neben Inflation, Löhnen, Konsum und der Anspannung am Arbeitsmarkt nur ein Teil des Puzzles.
Die Zentralbank erhöhte den Leitzins am 3. Februar auf 3,85 % und machte deutlich, dass die Inflation voraussichtlich „noch eine Weile“ über dem Zielband bleiben wird, wobei die jüngste Stärke der Inlandsaktivität den Kapazitätsdruck erhöht.
Die Märkte tendierten zu einer weiteren Zinserhöhung im Mai, in der Pressekonferenz nach der Sitzung tauchten sogar Fragen auf, und die nächste Entscheidung fällt erst am 17. März. Für einen Schritt im März kann man plädieren, wenn die Inflation oder die Konjunktur erneut stärkere Überraschungen bereiten, aber angesichts der Präferenz der RBA, zusätzliche Daten auszuwerten, und der ohnehin schon restriktiven Politikgestaltung bleibt die Wahrscheinlichkeit dieses Ergebnisses geringer.
Kurz gesagt: Die Immobilienzahlen stehen im Einklang mit einer Wirtschaft, die immer noch warm läuft, dürften aber allein keine entscheidende Veränderung der Zinsentwicklung bewirken.

