Chinas Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze und Investitionen übertrafen Anfang 2026 die Erwartungen, doch der Immobiliensektor befand sich weiterhin stark im Rückgang.
Zusammenfassung:
-
Chinas Industrieproduktion stieg im Jahresvergleich um 6,3 %, übertraf damit die Prognosen von 5,0 % und beschleunigte sich gegenüber den 5,2 % im Dezember.
-
Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Jahresvergleich um 2,8 %, über der Prognose von 2,5 % und gegenüber den 0,9 % im Dezember.
-
Die Anlageinvestitionen stiegen im Jahresvergleich um 1,8 %, während ein Rückgang um 2,1 % erwartet wurde.
-
Die Infrastrukturinvestitionen stiegen im Jahresvergleich um 11,4 %.
-
Die Investitionen des privaten Sektors gingen im Jahresvergleich um 2,6 % zurück.
-
Die Immobilieninvestitionen gingen im Jahresvergleich um 11,1 % zurück, nachdem sie im Jahr 2025 um 17,2 % zurückgegangen waren.
-
Die Immobilienverkäufe gingen um 13,5 % zurück, die Baubeginne gingen um 23,1 % zurück und die Entwicklerfinanzierung ging um 16,5 % zurück.
Chinas Wirtschaftsaktivität zeigte zu Beginn des Jahres 2026 eine gemischte Dynamik: Die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze übertrafen die Erwartungen, während der angeschlagene Immobiliensektor des Landes weiterhin erheblich unter Druck stand.
Vom National Bureau of Statistics veröffentlichte Daten zeigten, dass die Industrieproduktion im Zeitraum Januar bis Februar im Jahresvergleich um 6,3 % wuchs. Das Ergebnis übertraf den in einer Reuters-Umfrage erwarteten Anstieg von 5,0 % und beschleunigte sich gegenüber dem Wachstum von 5,2 % im Dezember, was darauf hindeutet, dass sich die Produktionstätigkeit zu Beginn des Jahres verstärkte.
Die Einzelhandelsumsätze, ein wichtiger Indikator für die Verbrauchernachfrage, stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 %. Dies übertraf ebenfalls die Prognosen von 2,5 % und stellte eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Anstieg von 0,9 % im Dezember dar, was auf eine gewisse Stabilisierung der Haushaltsausgaben hindeutet.
Auch die Investitionsdaten überraschten positiv. Die Anlageinvestitionen stiegen in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 im Jahresvergleich um 1,8 % und übertrafen damit die Erwartungen eines Rückgangs um 2,1 %. Das Ergebnis stellt eine Erholung dar, nachdem die Investitionen im Jahr 2025 um 3,8 % zurückgegangen waren.
Die Infrastrukturausgaben blieben mit einem Anstieg um 11,4 % im Vergleich zum Vorjahr ein wichtiger Investitionstreiber. Allerdings schwächten sich die Investitionen des Privatsektors weiter ab und gingen im Jahresvergleich um 2,6 % zurück, was die anhaltende Vorsicht der Unternehmen unterstreicht.
Trotz der stärkeren Gesamtaktivitätsdaten bleibt der Immobiliensektor eine große Belastung für Chinas Wirtschaft.
Offiziellen Zahlen zufolge gingen die Immobilieninvestitionen im Zeitraum Januar bis Februar im Jahresvergleich um 11,1 % zurück und verlängerten damit den anhaltenden Abschwung des Sektors. Der Rückgang folgt einem starken Rückgang um 17,2 % im Jahr 2025.
Auch die Nachfrage nach Wohnraum blieb schwach. Die nach Grundfläche gemessenen Immobilienverkäufe gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,5 % zurück, ein stärkerer Rückgang als der im Jahr 2025 verzeichnete Rückgang von 8,7 %.
Auch die Bautätigkeit verschlechterte sich weiter. Die Zahl der Bauneubauten sank im Jahresvergleich um 23,1 % und verschlimmerte sich damit gegenüber dem Rückgang um 20,4 % im letzten Jahr.
Die Finanzierungsbedingungen für Entwickler bleiben weiterhin angespannt. Die von Immobilienfirmen aufgenommenen Mittel gingen im Berichtszeitraum um 16,5 % zurück, nachdem sie im Jahr 2025 um 13,4 % zurückgegangen waren.
Die neuesten Daten verdeutlichen die Ungleichmäßigkeit der wirtschaftlichen Erholung Chinas, wobei Industrieproduktion und Infrastrukturinvestitionen für Unterstützung sorgen, während der Immobiliensektor das Wachstum weiterhin stark belastet.

