Ein wachsender Anteil der Arbeitnehmer ist bereit, einen Teil ihres Gehalts in Kryptowährungen zu erhalten, auch wenn die meisten Arbeitgeber dies noch nicht anbieten. Neue Umfragedaten von Oobit zeigen eine Lücke zwischen der Mitarbeiternachfrage und der Akzeptanz am Arbeitsplatz und weisen auf eine Verschiebung in der Art und Weise hin, wie sich die Vergütung entwickeln könnte.
Die Studie basiert auf den Antworten von 1.004 Vollzeitbeschäftigten. gefunden dass 43 % der Arbeitnehmer daran interessiert sind, einen Teil ihres Lohns in digitalen Vermögenswerten zu erhalten. Unter denjenigen, die bereits digitale Vermögenswerte besitzen, steigt das Interesse auf 57 %, was darauf hindeutet, dass Vertrautheit eine zentrale Rolle bei der Akzeptanz spielt.
Dennoch bleibt die Lohn- und Gehaltsabrechnung in Kryptowährungen selten. Nur 7 % der Befragten gaben an, dass ihr Arbeitgeber derzeit eine anbietet Krypto-Zahlungsoption. Gleichzeitig gaben 20 % an, dass sie dies wünschten, was ein Missverhältnis zwischen den Präferenzen der Arbeitnehmer und den Unternehmensrichtlinien unterstreicht.
Diese Lücke hält möglicherweise nicht. Fast ein Drittel der Arbeitnehmer, 32 %, gaben an, dass sie sich dafür entscheiden würden, wenn ihr Arbeitgeber morgen eine Krypto-Gehaltsabrechnung einführen würde. Für viele liegt der Reiz eher in der Flexibilität als in einer völligen Abkehr von der traditionellen Bezahlung. Im Durchschnitt gaben Arbeitnehmer, die Interesse bekundeten, an, dass sie 27 % ihres Gehalts in Kryptowährung auszahlen und den Rest in US-Dollar behalten möchten.
Die Generation Z führt die Krypto-Akzeptanzkurve an
Die Daten zeigen auch, dass das Interesse an Krypto-Vergütungen eher jünger ist, aber nicht auf eine Generation beschränkt ist. Gen Z An der Spitze standen die Arbeitnehmer mit 46 %, die ihr Interesse bekundeten, gefolgt von den Millennials mit 45 % und der Generation X mit 35 %. Erfahrungen mit Krypto scheinen dieses Interesse zu verstärken. Bei aktiven Händlern oder Investoren war die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Bezahlung digitaler Vermögenswerte befürworteten, mehr als dreimal so hoch wie bei solchen ohne Engagement.
Auf die Frage, welche digitalen Assets sie bevorzugen würden, belegte Bitcoin mit 46 % den ersten Platz. Stablecoins folgten mit 11 %, Ethereum nur mit 5 %. Ein beträchtlicher Anteil der Befragten gab an, keine starke Präferenz zu haben, was möglicherweise auf eine begrenzte Vertrautheit mit dem breiteren Markt zurückzuführen ist.
Über die Präferenz hinaus scheinen einige Arbeitnehmer bereit zu sein, Kompromisse einzugehen. Elf Prozent der Befragten gaben an, dass sie eine Gehaltskürzung von 1 bis 5 % akzeptieren würden, wenn sie dafür einen Teil ihres Gehalts in Kryptowährung erhalten würden. Unter den aktiven Nutzern digitaler Vermögenswerte steigt dieser Wert auf 26 %. Das Ergebnis legt nahe, dass der Zugang zu digitalen Vermögenswerten für einen Teil der Arbeitnehmer einen Wert hat, der über das unmittelbare Einkommen hinausgeht.
Diese Art der Entschädigung ist nicht nur theoretisch. Jeder fünfte Arbeitnehmer oder 20 % gaben an, für irgendeine Art von Arbeit bereits in Krypto bezahlt worden zu sein. Diese Zahlungen erfolgen in der Regel außerhalb traditioneller Lohn- und Gehaltsabrechnungssysteme. Nebenerwerbstätigkeiten machten 45 % der Fälle aus, gefolgt von freiberuflicher Tätigkeit mit 44 %. Vollzeitstellen machten 21 % aus, mit kleineren Anteilen bei Gig-, Teilzeit- und Einmaljobs.
Die Zufriedenheit derjenigen, die Krypto-Lohn erhalten haben, ist hoch. 78 Prozent gaben an, mit der Erfahrung zufrieden zu sein. Dennoch ist die Art und Weise, wie Arbeitnehmer mit diesen Zahlungen umgehen, unterschiedlich. Einige wandeln Gelder sofort in Dollar um, während andere sie behalten oder auf andere Wallets übertragen. Ein Teil betrachtet Krypto-Erträge als langfristige Investition und nicht als Einkommen zur sofortigen Verwendung.
Preisvolatilität und Wertschwankungen
Trotz des steigenden Interesses und der frühen Einführung bleiben Hindernisse bestehen. Die Hälfte der Befragten gab Preisvolatilität als Hauptgrund an, warum sie zögern würden, Krypto-Zahlungen zu akzeptieren. Insgesamt gaben 88 % an, dass sie sich über Wertschwankungen zumindest etwas Sorgen machen.
Weitere Bedenken sind die Bevorzugung traditioneller Währungen, die Schwierigkeit, Kryptowährungen für alltägliche Einkäufe zu verwenden, und mangelndes Vertrauen. Auch steuerliche Komplexität und Sicherheitsrisiken zählten zu den Top-Themen. Diese Bedenken weisen auf strukturelle Herausforderungen hin, die über die Akzeptanz durch Arbeitgeber hinausgehen.
Die Mitarbeiter identifizierten mehrere Faktoren, die die Krypto-Vergütung attraktiver machen könnten. An erster Stelle standen klare Regelungen, gefolgt von Arbeitgeberanreizen wie Matching-Beiträgen oder Boni. Als Priorität erwies sich auch der Zugang zu einfachen Konvertierungstools, die es Arbeitnehmern ermöglichen, digitale Vermögenswerte in einem Schritt in Dollar umzuwandeln.

