Die Finanzmärkte in Japan reagieren schnell auf die zunehmenden Spekulationen über eine umfassende Steuerverschiebung im Vorfeld der erwarteten vorgezogenen Wahlen. Während die Renditen von Staatsanleihen aufgrund von Haushaltssorgen in die Höhe schnellen, strömen Anleger in Lebensmittelaktien.
Der erwartete Schritt, die Umsatzsteuer auf Lebensmittel zu senken oder sogar abzuschaffen, hat zu Zuwächsen bei Basiskonsumgütern geführt. berichtet Bloombergaber es löst Alarm auf den Schuldenmärkten aus, die ohnehin schon besorgt über die Ausgabenhöhe des Landes sind.
Lebensmittelvorräte steigen aufgrund von Steuersenkungshoffnungen
Die Aktien der japanischen Lebensmittelindustrie stiegen sprunghaft, nachdem Berichte auf eine mögliche zweijährige Steuerbefreiung für Lebensmittel und Getränke hindeuteten. Yamazaki Baking Co. legte sogar um 7,4 % zu, während der Topix Foods-Index um 2,2 % auf das Tageshoch kletterte.
Die allgemeine Marktleistung war schwächer, aber der Lebensmittelsektor schnitt besser ab, getragen von der Erwartung, dass Steuererleichterungen die Verbraucherausgaben direkt unterstützen würden.
Der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge soll die Steuersenkung bereits im Januar beginnen.
Der Chefkabinettssekretär Minoru Kihara bestätigte, dass die regierende Liberaldemokratische Partei den Plan prüfe.
Der Vorschlag steht im Einklang mit den Wahlkampfstrategien, da sich sowohl die Regierungs- als auch die Oppositionsparteien auf eine landesweite Abstimmung vorbereiten, möglicherweise am 8. Februar.
Der Anleihemarkt reagiert auf fiskalpolitische Bedenken
Während Aktien in bestimmten Sektoren zulegten, gaben Staatsanleihen stark nach.
Die 10- und 20-jährigen Renditen stiegen um etwa 10 Basispunkte und erreichten ein Niveau, das zuletzt 1999 erreicht wurde. Unterdessen stiegen die 30- und 40-jährigen Renditen um etwa 15 Basispunkte und erreichten damit Rekordhöhen seit ihrer jeweiligen Emission.
Dieser Wandel unterstreicht die wachsenden Zweifel an Japans Haushaltsdisziplin.
Marktteilnehmer befürchten, dass eine Senkung der Verbrauchssteuer das Haushaltsdefizit vergrößern würde.
Die Regierung steht bereits vor einer hohen Schuldenlast, und etwaige Verluste bei den Steuereinnahmen könnten zu einer verstärkten Emission von Anleihen führen.
Sollte die Kürzung durchgeführt werden, wird mit einem jährlichen Defizit von 5 Billionen Yen bzw. 31,7 Milliarden US-Dollar gerechnet.
Opposition skizziert alternative Finanzierung
Die Centrist Reform Alliance, eine neu gegründete Oppositionsgruppe, hat vorgeschlagen, die Steuersenkung über einen von der Regierung verwalteten Fonds zu finanzieren.
Diese Initiative zielt darauf ab, die Senkung der Lebensmittelsteuer für Investoren attraktiver zu machen, indem sie eine Alternative zu Direktausgaben bietet.
Allerdings sind die Einzelheiten des Plans noch begrenzt und die Reaktion des Marktes war vorsichtig.
Da beide großen politischen Blöcke eine Senkung der Steuern auf lebenswichtige Güter befürworten, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Frage, wie dieser Schritt finanziert werden soll.
Anleger rechnen mit einem stärkeren Druck auf die Anleihepreise, wenn die Regierung es versäumt, glaubwürdige fiskalpolitische Schutzvorkehrungen zu treffen.
Die Währung bleibt trotz gemischter Signale stabil
Der japanische Yen verzeichnete leichte Zuwächse, nachdem der US-Dollar als Reaktion auf die globalen geopolitischen Spannungen schwächer wurde.
Die Zolldrohungen von Präsident Trump gegen Europa im Zusammenhang mit unabhängigen Verhandlungen wirkten sich kurzzeitig auf die Devisenmärkte aus.
Insgesamt bleibt die Reaktion des Yen auf die innenpolitischen Entwicklungen Japans jedoch gedämpft.
Experten gehen davon aus, dass die anhaltende Besorgnis über Japans Schulden- und Steuereinnahmendefizite die Währung unter Kontrolle hält.

