Martin Schlegel ist Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB).
Im Jahr 2024 übernahm er den Vorsitz und leitet das dreiköpfige Direktorium der SNB, das die Geldpolitik der Schweiz festlegt.
Er sprach am Dienstag. Schlegel spielt die kurzfristigen Deflationsrisiken herunter, konzentriert sich weiterhin auf die mittelfristige Inflation und lässt Deviseninterventionen auf dem Tisch.
Zusammenfassung:
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Die SNB geht davon aus, dass die Inflation vom derzeit extrem niedrigen Niveau ansteigen wird
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Vorübergehende Negativabzüge möglich, kein politischer Alarm
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Die Inflation liegt bei 0,1 %, am unteren Ende des Zielbereichs von 0–2 %
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Leitzins bei 0 %; Deviseninterventionen bleiben eine Option
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US-Zölle belasten Teile der Schweizer Industrie
Schlegel sagte, die Schweiz könne vorübergehend monatelang eine negative Inflation erleben, betonte jedoch, dass solche Werte nicht automatisch Besorgnis bei den politischen Entscheidungsträgern auslösen würden, da die Zentralbank weiterhin auf mittelfristige Preisstabilität fokussiert sei.
In seiner Rede in Zürich wies Schlegel darauf hin, dass die Inflation nach wie vor äußerst gedämpft sei und der Jahreswert im Januar lediglich bei 0,1 % liege, was am unteren Rand des Zielbands der SNB von 0–2 % liege. Er räumte zwar ein, dass sich der Inflationsdruck kaum verändert habe, sagte aber, die Zentralbank gehe davon aus, dass das Preiswachstum in den kommenden Monaten anziehen werde. Eine Handvoll Negativabzüge würden kein Alarmsignal darstellen, fügte er hinzu und betonte, dass geldpolitische Entscheidungen von breiteren Trends und nicht von kurzfristigen Schwankungen geleitet würden.
Da der Leitzins derzeit bei 0 % liegt, ist der Spielraum der SNB für eine konventionelle Lockerung begrenzt. Anfang des Monats beschrieb Schlegel die Kombination aus niedriger Inflation und einem Leitzins von Null als herausforderndes Umfeld. Vor diesem Hintergrund bekräftigte er, dass die SNB bereit sei, bei Bedarf an den Devisenmärkten einzugreifen, um die Preisstabilität zu gewährleisten.
Auf globaler Ebene warnte Schlegel, dass US-Zölle und die erhöhte Unsicherheit das Wirtschaftswachstum belastet hätten, obwohl sich viele Sektoren als widerstandsfähiger als erwartet erwiesen hätten. Rund jedes vierte von der SNB befragte Schweizer Unternehmen berichtet von negativen Auswirkungen der Zölle, wobei Ingenieurbüros am stärksten davon betroffen sind. Während einige Unternehmen Teile ihrer Produktion in Länder mit niedrigeren US-Zöllen oder direkt in die USA verlagert haben, müssen viele Unternehmen noch Gegenmaßnahmen ergreifen.
Insgesamt bekräftigten Schlegels Äußerungen einen stabilen politischen Kurs, wobei die SNB bereit war, bei Bedarf zu handeln, sich aber nicht durch die kurzfristige Volatilität der Inflationsdaten beunruhigen ließ.

