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S&P 500 Softwareaktien erlebten in letzter Zeit einen starken Einbruch. Es scheint, dass Investoren besorgt sind, dass neue KI-Tools von Unternehmen wie Anthropic und OpenAI viele Unternehmen ruinieren werden.
Interessant ist, dass Ende letzten Monats der CEO eines bekannten S&P 500-Softwareunternehmens seine Hand in die Tasche steckte und Aktien seines eigenen Unternehmens im Wert von 10 Millionen US-Dollar kaufte. Dies deutet darauf hin, dass der Insider die KI-Befürchtungen für übertrieben hält und dass die Aktie seines Unternehmens – die rund 30 % unter ihren Höchstständen liegt – derzeit einen erheblichen Wert bietet.
Ein gewaltiger Insiderkauf
Das Unternehmen, von dem ich spreche, ist Palo Alto Networks (NASDAQ:PANW). Es ist eines der größten Cybersicherheitsunternehmen der Welt.
Das 2005 gegründete Unternehmen wird heute von Nikesh Arora geleitet. Er trat dem Unternehmen im Jahr 2018 bei und hat seitdem für ein deutliches Umsatzwachstum und einen fünffachen Anstieg des Aktienkurses gesorgt (trotz eines kürzlichen Rückgangs von 220 $ auf 160 $).
Als nun Ende März die Cybersicherheitsaktien einbrachen, als bekannt wurde, dass Anthropic ein äußerst leistungsstarkes neues Modell namens „Claude Mythos“ entwickelt, kaufte Arora Aktien von Palo Alto Network. Und er versuchte es nicht einfach nur – er kaufte 68.085 Aktien für rund 147 Dollar pro Stück in einem Handel im Wert von etwa 10 Millionen Dollar.
Diese Insider-Transaktionsaktivität ist meiner Meinung nach bemerkenswert. Arora ist nicht nur ein Top-Insider (nur wenige Menschen dürften ein besseres Verständnis der Branche und der Wachstumsaussichten von Palo Alto haben als er), sondern er hat auch den Rücken gekehrt und eine Menge Aktien gekauft.
Ein One-Stop-Shop für Cybersicherheit
Unter Arora geht Palo Alto zu einem sogenannten „Plaformisierungsmodell“ über. Dieser Ansatz integriert eine Reihe verschiedener Cybersicherheitslösungen in einer einheitlichen, skalierbaren Plattform, sodass Kunden umfassenden Schutz über einen Anbieter erhalten können.
Bisher hat das Unternehmen mit diesem Modell großen Erfolg. Letztes Quartal, zum Beispiel, jährlich wiederkehrend Einnahmen (ARR) im Segment „Sicherheit der nächsten Generation“ stieg im Jahresvergleich um 33 % auf 6,3 Milliarden US-Dollar.
Beachten Sie, dass Palo Alto zur Erweiterung seines Angebots derzeit Unternehmen aufkauft, die sich auf den Schutz vor hochentwickelten KI-Bedrohungen spezialisiert haben. So wurde beispielsweise kürzlich der Kauf von Koi angekündigt, das Unternehmen dabei hilft, sich gegen ruchlose KI-Agenten zu schützen.
Zu den weiteren jüngsten Akquisitionen zählen CyberArk und Chronosphere. Der Kauf solcher Unternehmen dürfte das Angebot deutlich verbessern.
Eine Chance?
Anleger sollten beachten, dass dieses Geschäftsmodell zwar robust klingt, künstliche Intelligenz ist ein Risiko. doch ich bin es nicht überzeugt davon, dass große Unternehmen versuchen werden, selbst Cybersicherheitslösungen mithilfe von KI zu entwickeln, da die Risiken zu hoch sind.
Wo KI dem Unternehmen jedoch möglicherweise schaden könnte, ist die Komplexität der Bedrohungen. Beispielsweise könnte Claudes neues Modell zu einer höheren Komplexität der Angriffe und höheren Kosten für die Abwehr führen (und damit zu einer geringeren Rentabilität).
Die Tatsache, dass der CEO Aktien im Wert von 10 Millionen US-Dollar gekauft hat, ist jedoch ein Vertrauensbeweis des Managements. Er ist klar davon überzeugt, dass das Unternehmen im KI-Zeitalter weiterhin erfolgreich sein kann.
Angesichts der Größe des Kaufs halte ich diese Aktie für einen genaueren Blick wert. Schließlich kaufen Insider Unternehmensaktien nur aus einem Grund: Sie erwarten einen Wertzuwachs.

