- 67 von 79 (~85 %) der Ökonomen gaben an, dass die Zinssätze bis 2026 unverändert bleiben würden
- Alle 83 Ökonomen erwarten für die geldpolitische Entscheidung vom 5. Februar keine Änderung des Einlagensatzes
Die Umfragewerte fassen die aktuellen Markterwartungen gegenüber der EZB sehr gut zusammen. Und der Anteil von ca. 85 % der Meinung, dass sich die Zinssätze in diesem Jahr nicht ändern, ist sogar höher als bei der Umfrage im letzten Monat (ca. 75 %) und im November (ca. 66 %). Das spiegelt also die zunehmende und stärkere Ansicht wider, dass die Zentralbank im Jahr 2026 nicht in der Lage sein wird, politisch viel zu tun.
Aus heutiger Sicht sieht es so aus, als ob die EZB die Inflation so weit wie möglich auf 2 % gesenkt hat. Der hartnäckige Preisdruck in Ländern wie Deutschland und Spanien erschwert es der Zentralbank, weitere Maßnahmen zur Zinssenkung zu ergreifen. Und die potenziellen Stagflationsrisiken in ersteren müssen von den politischen Entscheidungsträgern weiterhin berücksichtigt werden.
Angesichts der Umstände müssen sie sich auch der anhaltenderen Auswirkungen von Dingen wie US-Zöllen bewusst sein. Der Inflationsanstieg ist möglicherweise noch nicht vorbei und könnte sich zu gegebener Zeit wieder erholen. Die Kehrseite der Medaille deutet also darauf hin, dass sie sich eine gewisse Flexibilität bewahren müssen, um offen für die Idee zu sein, dass die Zinsen in den kommenden ein bis zwei Jahren möglicherweise erneut angehoben werden müssen.
Tatsächlich gab eine Mehrheit einer kleineren Stichprobe von 36 Umfrageteilnehmern an, dass der nächste Schritt der EZB eine Zinserhöhung und keine Zinssenkung sein würde.
Dort sehen wir jetzt also die EZB.

