Ethereum steht weiterhin unter anhaltendem Verkaufsdruck, da sich die allgemeine Stimmung am Kryptomarkt in Richtung Vorsicht und in einigen Segmenten sogar in völlige Panik verschiebt. Die Preisentwicklung hatte in den letzten Wochen Mühe, wieder Stabilität zu erlangen, da wiederholte Erholungsversuche nicht zu einer nachhaltigen Aufwärtsdynamik führten. Erhöhte Volatilität, verschärfte Liquiditätsbedingungen und anhaltende makroökonomische Unsicherheit haben eine defensive Haltung sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Teilnehmern verstärkt und Ethereum anfällig für eine weitere kurzfristige Schwäche gemacht.
Ein aktueller CryptoQuant-Bericht bietet zusätzlichen Kontext durch Aktivitäten in der Kette. Den Daten zufolge verzeichnete die Metrik „ETH Binance User Deposit Address“ einen starken Anstieg. Die Zahl der eindeutigen Adressen, die Ethereum bei Binance hinterlegen, ist von etwa 360.000 auf über 450.000 gestiegen, was den höchsten Stand seit August 2025 darstellt. Metriken zur Verfolgung von Einzahlungsadressen dienen häufig als Indikator für potenzielle Verkaufsabsichten, da an Börsen übertragene Vermögenswerte in der Regel leichter für die Liquidation, die Verwendung von Sicherheiten oder die Neuausrichtung des Portfolios zugänglich sind.
Allerdings führen solche Spitzen nicht automatisch zu sofortigen Folgen Verkauf. In einigen Fällen spiegeln sie Positionierungsanpassungen, Absicherungsaktivitäten oder die Vorbereitung auf den Derivatehandel wider. Dennoch deutet das Ausmaß des jüngsten Anstiegs auf eine erhöhte Marktangst hin und erfordert eine genaue Beobachtung, da sich Ethereum in einem zunehmend fragilen Marktumfeld bewegt.
Deviseneinlagen steigen, da sich die Preiskorrektur verschärft
Der Bericht hebt hervor, dass dieser Kennzahlendurchbruch mit einer starken Preiskorrektur einherging. Ethereum ist von seinem Höchststand im Oktober bei etwa 4.900 US-Dollar stark auf etwa 1.900 US-Dollar gefallen. Der gleichzeitige Preisverfall und der Anstieg der Exchange-Einzahlungsadressen lassen auf zwei primäre On-Chain-Interpretationen schließen, die sorgfältige Überlegungen verdienen.

Das erste Szenario deutet auf eine Kapitulation des Einzelhandels hin. Ein rascher Anstieg eindeutiger Einzahlungsadressen spiegelt häufig Panikverhalten kleinerer Anleger wider. Teilnehmer, die frühere Phasen des Rückgangs überstanden haben, transferieren nun möglicherweise Vermögenswerte an Börsen, um ihre Positionen zu verlassen, was den kurzfristigen Druck auf der Verkäuferseite verstärkt.
Die zweite Interpretation bezieht sich auf die Positionierung auf dem Derivatemarkt. Da der ETH-Handel unter der Schwelle von 2.000 US-Dollar liegt, stellen einige Einlagen wahrscheinlich eine Wiederauffüllung der Sicherheiten dar. Händler, die einem Liquidationsrisiko ausgesetzt sind, erhöhen möglicherweise Margen, um gehebelte Long-Positionen aufrechtzuerhalten, anstatt ihre Bestände direkt zu verkaufen.
Kurzfristig erhöhen erhöhte Einlagen das potenzielle Angebot an Börsen, was die Volatilität verstärken kann, wenn es zu Verkäufen kommt. In der Vergangenheit kam es jedoch häufig zu extremen Spitzen der Einlagenaktivität in späten Korrekturphasen. Solche Bedingungen gehen manchmal der Erschöpfung des Verkäufers voraus.
Die Überwachung von Devisenabflüssen, der Absorption von Kassavolumina und der Positionierung von Derivaten wird von entscheidender Bedeutung sein, um festzustellen, ob diese Aktivität auf ein anhaltendes Abwärtsrisiko oder die frühe Bildung eines lokalen Markttiefs hinweist.
Ethereum testet strukturelle Unterstützung, während der Abwärtstrend anhält
Ethereum steht weiterhin unter anhaltendem Druck, wobei der Wochenchart nach der Ablehnung im Bereich von 4.800 bis 5.000 US-Dollar einen deutlichen Verlust an Aufwärtsdynamik zeigt. Der Preis ist nun in Richtung des Bereichs von 1.900 $ zurückgegangen, einer Zone, die zuvor in früheren Zyklusphasen als Konsolidierungsunterstützung fungierte. Die Unfähigkeit, über den gleitenden Durchschnitten in der Mitte des Zyklus zu bleiben, deutet darauf hin, dass die Verkäufer immer noch die strukturelle Kontrolle behalten.

Der gleitende 50-Wochen-Durchschnitt hat sich verschoben und fungiert nun als Überkopfwiderstand, während der 100-Wochen-Durchschnitt abzuflachen scheint. Unterdessen nähert sich der Preis dem längerfristigen gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt, einem Niveau, das in der Vergangenheit mit einer starken zyklischen Unterstützung in Verbindung gebracht wurde. Ein entscheidender Einbruch unterhalb dieser Region könnte tiefere Abwärtsrisiken aufdecken, wohingegen eine Stabilisierung hier eine mittelfristige Akkumulation fördern könnte.
Volumenmuster deuten auf zeitweilige Spitzen während Rückgängen hin, die typischerweise eher eine Verteilung als ein anhaltendes Kaufinteresse widerspiegeln. Dies verstärkt die Interpretation einer defensiven Marktphase und nicht eines bestätigten Erholungstrends.
Trotz der Schwäche geht Übergangsperioden manchmal eine Volatilitätskompression in der Nähe langfristiger Durchschnittswerte voraus. Eine Bestätigung würde jedoch nachhaltige Schlusskurse oberhalb der wiedererlangbaren Widerstandsniveaus und eine Verbesserung der Beteiligungskennzahlen erfordern. Bis dahin bleibt Ethereum in einer fragilen technischen Lage, wobei das Risiko eher auf eine weitere Konsolidierung oder einen Abwärtstrend als auf eine sofortige Fortsetzung des Aufwärtstrends ausgerichtet ist.
Ausgewähltes Bild von ChatGPT, Diagramm von TradingView.com
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