Der Euro (EUR) fällt am Freitag gegenüber dem US-Dollar (USD) leicht ab, da Händler auf gemischte US-Arbeitsmarktdaten reagieren. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels wird EUR/USD um die 1,1638 gehandelt und bleibt damit den siebten Tag in Folge auf dem Rückzug, da der Greenback auf breiter Front einen festen Ton beibehält.
Aus den vom US Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlichten Daten geht hervor, dass die Nonfarm Payrolls (NFP) im Dezember um 50.000 gestiegen sind, womit die Markterwartungen für einen Anstieg um 60.000 zurückgeblieben sind und sich gegenüber dem revidierten Anstieg von 56.000 im November abgeschwächt haben. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote leicht von 4,6 % auf 4,4 % und lag damit unter den Prognosen von 4,5 %.
Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,3 %, entsprach den Erwartungen und verbesserte sich gegenüber dem Anstieg um 0,1 % im November. Auf Jahresbasis beschleunigte sich das Gewinnwachstum von 3,6 % auf 3,8 % und lag damit ebenfalls über den Prognosen.
Insgesamt lieferte der Bericht ein gemischtes Signal für den US-Arbeitsmarkt, mit einem schwächeren Ergebnis NFP Die Schlagzeile steht im Gegensatz zu einer niedrigeren Arbeitslosenquote und einem verbesserten Lohnwachstum, was darauf hindeutet, dass die Arbeitsmarktbedingungen weiterhin relativ stabil sind.
An der geldpolitischen Front hat das schwächere Tempo der Schaffung von Arbeitsplätzen trotz ansonsten solider Arbeitsbedingungen die Erwartungen bestärkt, dass die Federal Reserve werde das Interesse behalten Tarife Bei der Sitzung vom 27. bis 28. Januar blieb die Politik unverändert, während die Tür für eine schrittweise Lockerung später im Jahr weiterhin offen bleibt.
Mit Blick auf die Zukunft richtet sich die Aufmerksamkeit auf die vorläufige Umfrage zur Verbraucherstimmung im Januar der University of Michigan sowie auf Reden von Richmond Fed-Präsident Thomas Barkin und Minneapolis Fed-Präsident Neel Kashkari, um neue Einblicke in die Wirtschafts- und Geldpolitik zu erhalten Ausblick.
Fed-FAQs
Die Geldpolitik in den USA wird von der Federal Reserve (Fed) geprägt. Die Fed hat zwei Aufgaben: Preisstabilität zu erreichen und Vollbeschäftigung zu fördern. Ihr wichtigstes Instrument zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem 2-Prozent-Ziel der Fed liegt, werden die Zinssätze erhöht, wodurch die Kreditkosten in der gesamten Wirtschaft steigen. Dies führt zu einem stärkeren US-Dollar (USD), da es die USA zu einem attraktiveren Ort für internationale Investoren macht, ihr Geld zu parken. Wenn die Inflation unter 2 % fällt oder die Arbeitslosenquote zu hoch ist, kann die Fed die Zinssätze senken, um die Kreditaufnahme zu fördern, was den Greenback belastet.
Die Federal Reserve (Fed) hält acht geldpolitische Sitzungen pro Jahr ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die Wirtschaftslage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Am FOMC nehmen zwölf Fed-Beamte teil – die sieben Mitglieder des Gouverneursrats, der Präsident der Federal Reserve Bank of New York und vier der verbleibenden elf Präsidenten der regionalen Reserve Bank, deren Amtszeit abwechselnd ein Jahr beträgt.
In extremen Situationen kann die Federal Reserve auf eine Politik namens Quantitative Easing (QE) zurückgreifen. QE ist der Prozess, mit dem die Fed den Kreditfluss in einem festgefahrenen Finanzsystem erheblich erhöht. Dabei handelt es sich um eine nicht standardmäßige politische Maßnahme, die in Krisenzeiten oder bei extrem niedriger Inflation eingesetzt wird. Es war die Waffe der Wahl der Fed während der Großen Finanzkrise im Jahr 2008. Dabei druckt die Fed mehr Dollar und kauft damit erstklassige Anleihen von Finanzinstituten. QE schwächt normalerweise den US-Dollar.
Bei der quantitativen Straffung (QT) handelt es sich um den umgekehrten Prozess der quantitativen Lockerung, bei dem die Federal Reserve aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen, und das Kapital der Anleihen, die sie bei Fälligkeit hält, nicht in den Kauf neuer Anleihen reinvestiert. Normalerweise ist es positiv für den Wert des US-Dollars.

