Neue Ethikunterlagen zeigen, dass die Handelsverstöße, die Adriana Kugler aus der Fed drängten, weitaus umfassender waren und näher an wichtigen politischen Daten lagen als bisher bekannt.
Der Wall Street Journal (abgeschlossen) mit der sehr schmutzigen Geschichte. Zusammenfassend:
Die ehemalige Gouverneurin der US-Notenbank Adriana Kugler steht unter verschärfter Beobachtung, nachdem neu veröffentlichte Ethikunterlagen Dutzende von Aktiengeschäften enthüllten, die gegen die strengen Regeln der Fed für den Privathandel verstießen. Die am Samstag vom Office of Government Ethics veröffentlichten Offenlegungen zeigen, dass interne Ethikbeauftragte sich geweigert haben, ihre Einhaltung zu bestätigen, und die Angelegenheit an das Office of Inspector General der Fed weitergeleitet haben.
Kugler trat am 1. August zurück und verpasste die FOMC-Sitzung vom 29. bis 30. Juli, wobei die Fed eine persönliche Angelegenheit anführte. Ihr Ausstieg erfolgte, als ihre Finanzoffenlegungsunterlagen fast fertig waren.
Die neuen Unterlagen deuten auf mindestens ein Dutzend verbotener Geschäfte hin, die im Jahr 2024 – einige nur wenige Tage vor wichtigen FOMC-Sitzungen – durchgeführt wurden und Namen wie Cava Group, Southwest Airlines, Apple und Caterpillar betrafen. Vieles spiegelte das Muster früherer Verstöße wider, die sie letztes Jahr offengelegt hatte und die ihrer Meinung nach versehentlich von ihrem Ehemann begangen worden waren.
Die Geschäfte im Jahr 2024 verstießen erneut gegen zwei wichtige Beschränkungen der Fed:
• Keine Einzelaktientransaktionen
• Absolute Sperrfristen vor den FOMC-Sitzungen
Beispiele hierfür sind Cava-Aktien, die am 13. März gekauft wurden, eine Woche vor der FOMC-Sitzung im März; verkauft am 5. April; zurückgekauft am 23. April; und am 15. Mai erneut verkauft. Eine weitere gemeldete Transaktion: Die Aktien von Southwest Airlines wurden am Tag vor der FOMC-Sitzung von April bis Mai verkauft.
In ihrer jüngsten Akte wurde bekräftigt, dass „bestimmte Handelsaktivitäten von Dr. Kuglers Ehepartner durchgeführt wurden“ und ohne die Absicht, gegen Regeln zu verstoßen. Kugler äußerte sich nicht.
Der Vorfall ist besonders heikel, wenn man bedenkt, dass Fed-Chef Jerome Powell im Jahr 2022 gegen den Privathandel vorgeht, nachdem die Kontroversen im Jahr 2021 zwei regionale Fed-Präsidenten zum Rücktritt gezwungen hatten. Vor der Sitzung im Juli 2024 beantragte Kugler trotz der Verstöße einen Verzicht auf die Teilnahme, was ihm jedoch verweigert wurde.
Die Offenlegungen zeigen auch, dass sie mehr als 41.000 US-Dollar an unentgeltlichen juristischen Dienstleistungen angenommen hat, was im Verlauf der Überwachungsüberprüfung eine weitere Prüfungsebene darstellt.
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Der Fall ändert zwar nichts am kurzfristigen politischen Kurs der Fed, birgt aber das Risiko, dass die Debatte über die Glaubwürdigkeit der Zentralbank neu entfacht wird, und könnte die Kontrolle der Governance- und Ethikstandards der Fed durch den Kongress verschärfen.
Offensichtlich großer Coca-Cola-Fan

