Der Devisenmarkt bot im frühen Handel dieser Woche einen ersten Hinweis auf eine starke Risikoaversion, und der Terminmarkt zeigt dies viel deutlicher.
Der S&P 500 fiel am Freitag um 1,3 % und die Futures notierten bei Börseneröffnung weitere 1,4 % im Minus. Der Goldpreis erholte sich zunächst zu Beginn, ist nun aber in einer sehr schnellen Bewegung um 25 $ gefallen.
Die große Geschichte wird Öl sein, da die US-Futures um 10 US-Dollar gestiegen sind und beim April-Kontrakt über 100 US-Dollar gehandelt werden. Damit setzt sich die atemberaubende Entwicklung seit Kriegsbeginn fort.
Am Wochenende gab allein der Irak an, die Produktion um 3 Millionen Barrel pro Tag gekürzt zu haben. Das ist der gesamte weltweite Überschuss und berücksichtigt nicht einmal die anderen Produzenten, die ihre Produktion drosseln müssen. Schätzungsweise 20 % der weltweiten Produktion fließen durch die Straße von Hormus, und zwar derzeit nicht in nennenswerten Mengen.
Bemerkenswert ist, dass der Anleihenmarkt nicht die übliche Risikoaversion zeigt, da der Inflationsschub durch Öl ihn überwältigt. Die Futures auf zehnjährige Staatsanleihen sind um 10 Ticks gesunken und die 30er-Staatsanleihen sind um 19 Ticks gesunken.
Aktualisieren: WTI steigt um 16,80 $ auf 107,70 $.
Der Preis für Benzin im Einzelhandel liegt bei 4 US-Dollar pro Gallone.
Dies allein entspricht etwa 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten im Vergleich zum Gesamt-VPI im Jahresvergleich. Wenn man Diesel, Flugpreise, Lebensmittelpreise, Petrochemikalien und Kunststoffe sowie Versorgungsunternehmen hinzurechnet, entsteht sofort ein Problem für die Federal Reserve und andere globale Zentralbanken.
Der Öl-Chart selbst ist atemberaubend und hat sich gegenüber dem Niveau von Anfang Februar fast verdoppelt.
WTI-Rohöl-Chart
Beim Herauszoomen befinden wir uns plötzlich in bemerkenswerter Reichweite der Höchstwerte der russischen Invasion in der Ukraine, wenn auch in einem noch schnelleren Tempo.
WTI täglich
Im März 2025 wurde WTI bei etwa 65–70 US-Dollar gehandelt. Jetzt liegt es bei 109 $. Das entspricht etwa einem Anstieg des Rohölpreises um 55–65 % gegenüber dem Vorjahr. Allein dieser Basiseffekt wird die Schlagzeilen der Inflation in den nächsten Monaten negativ beeinflussen, denn selbst wenn der Ölpreis hier stagniert, vergleicht man ihn mit den niedrigen Werten von Mitte 2025 den ganzen Sommer über.

