Bitcoin hat sich nach einem starken Rückgang auf etwa 67.000 US-Dollar wieder in Richtung 70.000 US-Dollar erkämpft, aber Glassnode sagt, dass der Erholung immer noch das Nachfrageprofil fehlt, das erforderlich ist, um die Stabilisierung in eine dauerhaftere Erholung umzuwandeln.
In seiner neuesten Wochenzeitung Bericht vom 25. März mit dem Titel „Awaiting Liquidity“ argumentierte das On-Chain-Analyseunternehmen, dass mehrere Druckpunkte auf einmal nachgelassen hätten, darunter die Intensität der Verkäufer, ETF-Abflüsse und händlerbedingte Marktungleichgewichte. Dennoch deuten gedämpfte Spotvolumina, eine gedämpfte Hebelwirkung und ein dichtes Overhead-Angebot darauf hin, dass sich der Markt noch nicht in einer Breakout-Phase voller Überzeugungen befindet.
Schwachstelle bei der Bitcoin-Nachfrage könnte den Aufwärtstrend begrenzen
Der zentrale Punkt von Glassnode ist, dass sich die Struktur verbessert hat, aber nicht genug, um die Korrektur für abgeschlossen zu erklären. „Bitcoin zeigt nach einer scharfen Korrekturbewegung erste positive Anzeichen: Die Preise stabilisieren sich, die ETF-Ströme verbessern sich und die Positionierung der Derivate wird weniger einseitig“, heißt es in dem Bericht. „Der Druck, der den jüngsten Ausverkauf bestimmt hat, scheint nachzulassen, und der Markt scheint ausgeglichener zu sein als noch vor einer Woche.“
Dieses Gleichgewicht liegt jedoch in einem engen und immer noch fragilen Bereich. Laut Glassnode bildet sich ein neuer Akkumulationscluster auf dem aktuellen Niveau, wobei die Kostenbasis für die einwöchige bis einmonatige Kohorte bei etwa 70.200 US-Dollar liegt. Dadurch erhält der Markt eine sich entwickelnde Unterstützungsbasis, die das Unternehmen jedoch als anfällig bezeichnet, da die derzeitige Käuferbasis weiterhin bescheiden ist.
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Oberhalb des Marktes ist das Widerstandsbild stärker. Die Kohorte der 1- bis 3-Monats-Inhaber liegt bei etwa 82.200 US-Dollar, während Glassnode auch eine größere Gruppe von Inhabern auflistete kurzfristiges Halterangebot zwischen etwa 93.000 und 97.000 US-Dollar. An anderer Stelle im Bericht wurde „eine besonders starke Konzentration des Angebots an kurzfristigen Inhabern über 84.000 US-Dollar“ festgestellt und dieser Bestand als potenzielle Quelle für erneuten Verkaufsdruck bei jedem nachhaltigen Erholungsversuch beschrieben.
Der On-Chain-Hintergrund deutet ebenfalls darauf hin, dass der Markt unter Stress steht, aber keiner, der völlige Panik zeigt. Relativ nicht realisierte Verluste haben sich in den letzten zwei Monaten über 15 % der Marktkapitalisierung stabilisiert, ein Muster, das laut Glassnode der Befürchtung im zweiten Quartal 2022 ähnelt, wenn auch immer noch weit von Kapitulationsepisoden wie dem FTX-Zusammenbruch entfernt.
Gleichzeitig ist die realisierte Rentabilität dramatisch gesunken. Der unternehmensbereinigte realisierte Gewinn ist unter Verwendung eines gleitenden 7-Tage-Durchschnitts von rund 3 Milliarden US-Dollar pro Tag im Juli 2025 auf jetzt unter 100 Millionen US-Dollar gesunken, was einem Rückgang von mehr als 96 % entspricht. Für Glassnode spricht das für beide Seiten der aktuellen Situation: Es sind weniger profitable Verkäufer übrig, die Münzen verteilen, aber auch ein schwächerer Zufluss von frischem Kapital in den Markt.
„Die Aktivität am Spotmarkt bleibt nach dem heftigen Ausverkauf im Bereich von 67.000 US-Dollar relativ gedämpft, wobei die gesamten Börsenvolumina während der anschließenden Erholung nur eine bescheidene Reaktion zeigten“, heißt es in dem Bericht.
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Verglichen mit der stärkeren Beteiligung, die bei früheren impulsiven Vorstößen zu beobachten war, bleiben die aktuellen Spotvolumina schwach. Dies deutet darauf hin, dass die Erholung zurück in Richtung 70.000 US-Dollar bisher eher durch selektive Dip-Käufe und kurzfristige Neupositionierungen unterstützt wurde als durch eine breit angelegte Spotnachfrage, die wieder in großem Umfang zurückkehrt.“
Das ist aus Sicht von Glassnode die fehlende Zutat. Die ETF-Ströme haben sich verbessertwobei der 7-Tage-Durchschnitt nach einer längeren Phase der Abflüsse leicht positiv wurde, was auf eine baldige institutionelle Wiederaufnahme hindeutet. Das Unternehmen betonte jedoch, dass das Ausmaß dieser Zuflüsse im Vergleich zu früheren Akkumulationsphasen immer noch begrenzt sei.
Die Derivatemärkte zeichnen eine ähnlich vorsichtige Geschichte. Die ewigen Finanzierungszinsen bleiben negativ, was darauf hindeutet, dass Händler immer noch dafür zahlen, das Abwärtsrisiko aufrechtzuerhalten, während das offene Interesse an Futures relativ gedämpft geblieben ist, anstatt mit der Erholung zu wachsen. An den Optionsmärkten herrscht kein akuter Stress mehr, aber sie preisen auch keine starke Aufwärtsmeinung ein. Der kurzfristige Trend tendiert weiterhin zu Puts, was auf eine anhaltende Nachfrage nach Abwärtsschutz hinweist, auch wenn die längerfristige Positionierung ausgewogener erscheint.
Eine wichtige kurzfristige Variable ist der wöchentliche, monatliche und vierteljährliche Optionsablauf am Freitag. Laut Glassnode konzentrieren sich die Händler weiterhin auf Short-Positionen zwischen 70.000 und 75.000 US-Dollar, wobei rund 10 Milliarden US-Dollar dieser Positionierung voraussichtlich abgebaut werden. Sobald dieser mechanische Einfluss verschwindet, könnte BTC empfindlicher auf breitere Makro- und Liquiditätsbedingungen reagieren.
Zum Zeitpunkt der Drucklegung wurde BTC bei 69.961 $ gehandelt.
Ausgewähltes Bild erstellt mit DALL.E, Diagramm von TradingView.com

