Gold (XAU/USD) bleibt während der nordamerikanischen Sitzung am Donnerstag stabil, inmitten einer Handelssitzung mit geringem Volumen, da die US-Märkte wegen der Thanksgiving-Feiertage geschlossen bleiben. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels wird XAU/USD praktisch unverändert bei 4.158 US-Dollar gehandelt.
XAU/USD bleibt trotz der geringen Thanksgiving-Liquidität stabil, da die Erwartungen an eine Lockerung der Fed steigen
Am Donnerstag scheinen sich die Edelmetallpreise angesichts des Mangels an Gold zu konsolidieren Nachricht. Allerdings öffnete die jüngste Wiedereröffnung der US-Regierung die Tür für Wirtschaftsdaten, die bislang beruhigten, dass der US-Arbeitsmarkt weiterhin solide ist und dass die Inflation ins Stocken geraten ist und ihren Abwärtstrend fortsetzen könnte.
Dies erhöhte die Chancen auf weitere Lockerungen durch die Federal Reserve (Fed), wie das CME FedWatch Tool mit einer Quote von 85 % für eine Senkung von 0,25 % auf 3,50 %–3,75 % zeigt.
Eine gemäßigte Fed übt Druck auf die Renditen von US-Staatsanleihen aus, sodass die Rendite 10-jähriger T-Notes unter 4 % sinkt. Allerdings könnten Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine die Nachfrage nach dem Status von Gold als sicherer Hafen schwächen.
Im Gegensatz dazu verschärften sich die Spannungen zwischen Japan und China nach den Äußerungen von Premierminister Sanae Takaichi zur Unterstützung der Unabhängigkeit Taiwans. Zunehmende geopolitische Risiken könnten zusammen mit einer Zinssenkung der Fed den Goldpreis in die Höhe treiben Tarife.
Tägliche Markttreiber: Gold bleibt trotz starker US-Arbeitsmarktdaten stabil
- Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA stiegen in der Woche bis zum 22. November um 216.000, was unter den Prognosen für einen Anstieg um 225.000 und unter dem vorherigen Preis von 222.000 liegt. Die Arbeitslosenansprüche erreichten den niedrigsten Stand seit April, ein Hinweis darauf, dass der Arbeitsmarkt trotz Abkühlung solide ist.
- Die Inflation in den USA ging leicht zurück, da der Kernerzeugerpreisindex (PPI) für September sank. Bei den Einzelhandelsumsätzen gibt es Anzeichen dafür, dass die Haushalte ihre Ausgaben reduzieren.
- Die physischen Goldexporte von Hongkong nach China gingen zurück, ein Hinweis darauf, dass der Edelmetallpreis in naher Zukunft gedämpft bleiben könnte.
Technische Analyse: Der Goldpreis konsolidiert sich um die 4.150-Dollar-Marke
Der Goldpreis liegt bei rund 4.160 US-Dollar, wobei Händler nicht in der Lage sind, den Meilenstein von 4.200 US-Dollar zu erreichen, obwohl der Relative Strength Index (RSI) bullisch ist, was zeigt, dass die Käufer das Sagen haben. Ein Durchbruch der 4.200-Dollar-Marke würde wichtige Widerstandsniveaus wie 4.250 Dollar, 4.300 Dollar und das Allzeithoch von 4.381 Dollar freilegen.
Umgekehrt macht das Scheitern der Bullen, sich bei 4.150 US-Dollar und 4.100 US-Dollar zu halten, den Weg frei, den 20-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.074 US-Dollar und der 4.000-Dollar-Marke zu testen.
Gold-FAQs
Gold hat in der Geschichte der Menschheit eine Schlüsselrolle gespielt, da es häufig als Wertaufbewahrungsmittel und Tauschmittel genutzt wurde. Abgesehen von seinem Glanz und seiner Verwendung für Schmuck gilt das Edelmetall derzeit weithin als sicherer Hafen, was bedeutet, dass es in turbulenten Zeiten als gute Investition gilt. Gold gilt weithin auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen, da es nicht auf einen bestimmten Emittenten oder eine bestimmte Regierung angewiesen ist.
Zentralbanken sind die größten Goldbesitzer. In ihrem Ziel, ihre Währungen in turbulenten Zeiten zu stützen, neigen Zentralbanken dazu, ihre Reserven zu diversifizieren und Gold zu kaufen, um die wahrgenommene Stärke der Wirtschaft und der Währung zu verbessern. Hohe Goldreserven können eine Vertrauensquelle für die Zahlungsfähigkeit eines Landes sein. Laut Daten des World Gold Council haben die Zentralbanken ihre Reserven im Jahr 2022 um 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar erhöht. Dies ist der höchste jährliche Kauf seit Beginn der Aufzeichnungen. Zentralbanken aus Schwellenländern wie China, Indien und der Türkei erhöhen rasch ihre Goldreserven.
Gold weist eine umgekehrte Korrelation zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen auf, die sowohl wichtige Reserven als auch sichere Häfen darstellen. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis tendenziell, was es Anlegern und Zentralbanken ermöglicht, ihre Vermögenswerte in turbulenten Zeiten zu diversifizieren. Gold korreliert auch umgekehrt mit Risikoanlagen. Eine Rally am Aktienmarkt schwächt tendenziell den Goldpreis, während Ausverkäufe in risikoreicheren Märkten tendenziell das Edelmetall begünstigen.
Der Preis kann aufgrund einer Vielzahl von Faktoren schwanken. Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können aufgrund seines Status als sicherer Hafen schnell zu einer Eskalation des Goldpreises führen. Als ertragsloser Vermögenswert tendiert Gold dazu, bei niedrigeren Zinssätzen zu steigen, während höhere Geldkosten normalerweise das gelbe Metall belasten. Dennoch hängen die meisten Bewegungen davon ab, wie sich der US-Dollar (USD) verhält, wenn der Vermögenswert in Dollar (XAU/USD) bewertet wird. Ein starker Dollar tendiert dazu, den Goldpreis unter Kontrolle zu halten, während ein schwächerer Dollar den Goldpreis wahrscheinlich in die Höhe treiben wird.

