Goldman senkt den kurzfristigen Ölausblick, da die Risikoprämie schwindet, behält aber die längerfristige Sicht bei.
Zusammenfassung:
- Goldman senkt die Ölprognosen für das zweite Quartal
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Brent/WTI lag im zweiten Quartal bei 90/87 US-Dollar
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Getrieben durch eine geringere geopolitische Risikoprämie
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Erste Anzeichen einer Verbesserung der Hormuz-Flüsse
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Neubewertung der Ölkurve am vorderen Ende nach unten
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Back-End-Prognosen unverändert
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Brent: 82 $/80 $ (Q3/Q4)
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WTI: 77 $/75 $ (Q3/Q4)
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Strukturelles Angebot-Nachfrage-Verhältnis weiterhin unterstützend
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Unterscheidung zwischen kurzfristigen und langfristigen Aussichten
Goldman Sachs hat seine kurzfristigen Ölpreisprognosen gesenkt und verwies auf einen Rückgang der geopolitischen Risikoprämien und erste Anzeichen dafür, dass sich die Rohölflüsse durch die Straße von Hormus zu erholen beginnen.
Die Bank geht nun davon aus, dass Brent und WTI im zweiten Quartal durchschnittlich 90 bzw. 87 US-Dollar pro Barrel kosten werden, was eine Herabstufung gegenüber früheren Prognosen darstellt, da sich die Front-End-Preise an die nachlassenden Spannungen nach dem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran anpassen.
Goldman sagte, die Verschiebung spiegele einen Rückgang der in den Ölmärkten verankerten Risikoprämie wider, insbesondere an der Spitze der Terminkurve, wo die Preise aufgrund der Befürchtungen einer längeren Unterbrechung der Versorgung im Nahen Osten in die Höhe geschossen seien. Jüngste Entwicklungen, darunter vorläufige Verbesserungen der Schifffahrtsströme durch die Straße von Hormus, haben dazu beigetragen, diese Bedenken zu mildern.
Allerdings behielt die Bank einen vorsichtigeren längerfristigen Ausblick bei und ließ ihre Prognosen für das zweite Halbjahr 2026 unverändert. Goldman geht im dritten und vierten Quartal weiterhin von einem Preis für Brent bei 82/80 US-Dollar und für WTI mit 77/75 US-Dollar aus, was darauf hindeutet, dass die kurzfristigen Risiken zwar nachgelassen haben, das allgemeine Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage jedoch intakt bleibt.
Die unveränderten Back-End-Prognosen unterstreichen die Ansicht der Bank, dass strukturelle Faktoren – darunter die Widerstandsfähigkeit der globalen Nachfrage und das begrenzte Angebot – weiterhin die Ölpreise stützen, auch wenn die unmittelbaren geopolitischen Spannungen Anzeichen einer Stabilisierung zeigen.
Die Aktualisierung unterstreicht, wie wichtig es ist, zwischen kurzfristiger Risikoprämiendynamik und längerfristigen Fundamentaldaten zu unterscheiden. Während der Waffenstillstandsoptimismus zu einem Rückgang der Preise für den ersten Monat geführt hat, bleibt die Unsicherheit über die Dauerhaftigkeit des Abkommens und die vollständige Wiederherstellung der Flussströme durch Hormuz eine Schlüsselvariable für die Märkte.

