Die IEA erwartet nun für 2025 einen geringeren, aber immer noch hohen Ölüberschuss, da eine schwächere OPEC+-Produktion und eine stärkere Nachfrage die Lücke verringern werden. Doch da die Produktion deutlich über dem Bedarf liegt, sinken die Preise trotz der bescheidenen positiven Ergebnisse des Berichts weiter, stellt Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst der Commerzbank, fest.
Produktionsrückgänge der OPEC+ verringern das Ungleichgewicht
„Die Internationale Energieagentur prognostiziert für das nächste Jahr weiterhin einen deutlichen Angebotsüberschuss. Allerdings wird dieser voraussichtlich etwas geringer ausfallen als bisher angenommen. Basierend auf der Prognose für die Nachfrage nach OPEC Unter der Annahme, dass die OPEC-Produktion auf dem aktuellen Niveau bleibt, wäre der Ölmarkt im Jahresverlauf um durchschnittlich 3,4 Millionen Barrel pro Tag überversorgt.
„Die vorherige Prognose lag bei mehr als 4 Millionen Barrel pro Tag. Der geringere Überschuss ist auf eine etwas stärkere Nachfrage, ein etwas geringeres Nicht-OPEC-Angebot und eine geringere OPEC-Produktion zurückzuführen. Letztere sank im November um 250.000 Barrel pro Tag auf 29 Millionen Barrel pro Tag. Seit September ist die OPEC+-Produktion um rund 1 Million Barrel pro Tag gesunken.“
„Ein wesentlicher Grund dafür ist Russland, das im November 500.000 Barrel pro Tag weniger produzierte als vereinbart, weshalb auch die OPEC+-Produktion leicht unter der vereinbarten Menge lag. Dennoch produziert die OPEC+ weiterhin deutlich mehr Öl als benötigt wird. Dies könnte erklären, warum die Ölpreise trotz der positiven Überraschungen im IEA-Bericht weiter fielen.“

