ING beurteilt den Yuan optimistisch und verwies auf einen politischen Wandel und starke Fundamentaldaten.
Früher:
Zusammenfassung:
- ING verschiebt den Yuan-Ausblick in ein bullisches Szenario
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Neuer USD/CNY-Prognosebereich: 6,70–7,05
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Der Yuan ist dieses Jahr gegenüber dem USD um über 2 % gestiegen
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Übertrifft die meisten wichtigen und asiatischen Währungen
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PBoC signalisiert Toleranz gegenüber Aufwertung
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Starke Exporte und Leistungsbilanz stützen den CNY
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Die Dynamik der Renditespanne bleibt der wichtigste Treiber
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Waffenstillstand und Geopolitik heben die Stimmung
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Die Gewinne könnten sich abschwächen, wenn sich die globalen Devisen erholen
Der chinesische Yuan ist in eine optimistischere Phase eingetreten, wobei ING seinen Ausblick revidierte, nachdem die Währung über ihre bisherige Prognosespanne hinaus gestärkt wurde, unterstützt durch eine verbesserte Stimmung und sich ändernde politische Signale.
Die Bank geht nun davon aus, dass der USD/CNY-Kurs im Jahr 2026 in einer Spanne von 6,70 bis 7,05 gehandelt wird, was einem Rückgang gegenüber dem früheren Basiswert entspricht, wodurch das, was zuvor als bullisches Szenario galt, effektiv in den Mittelpunkt gerückt wird.
Die Neubewertung folgt auf eine Phase bemerkenswerter Outperformance des Yuan, der in diesem Jahr gegenüber dem Dollar um mehr als 2 % gestiegen ist und sich als eine der wenigen Währungen herausstellt, die seit Beginn des Iran-Krieges aufgewertet haben. ING führt diese Stärke auf eine Kombination aus anhaltend positiver Marktstimmung, unterstützenden makroökonomischen Fundamentaldaten und einer subtilen Änderung in der politischen Haltung der Volksbank von China zurück.
Ein Schlüsselfaktor war die offensichtliche Toleranz der PBoC gegenüber einer Währungsaufwertung. Die täglichen Fixings haben sich in den letzten Wochen dem neutralen Bereich angenähert, was darauf hindeutet, dass der Widerstand gegen die Yuan-Stärke nach früheren Versuchen, die Gewinne zu begrenzen, nachgelassen hat. ING vermutet, dass diese Verschiebung eine politische Präferenz widerspiegeln könnte, um die inflationären Auswirkungen höherer Ölpreise auszugleichen, da China der weltweit größte Rohölimporteur ist.
Auf makroökonomischer Ebene bieten Chinas starke Exportleistung und sein anhaltender Leistungsbilanzüberschuss weiterhin strukturelle Unterstützung für die Währung. Darüber hinaus werden Erwartungen, dass sich die Renditedifferenzen zwischen den USA und China wieder verringern könnten – insbesondere wenn der Inflationsdruck nachlässt und die Federal Reserve ihre Zinssenkungen fortsetzt – als weiterer potenzieller Rückenwind angesehen.
Interessanterweise hat der Yuan auch von einer breiteren geopolitischen Dynamik profitiert. ING stellt fest, dass einige Anleger angesichts der zunehmenden globalen Unsicherheit die relative Stabilität Chinas neu bewerten, während längerfristige Themen wie die mögliche Ausweitung der Yuan-Nutzung im Energiehandel zur konstruktiven Stimmung beigetragen haben, auch wenn ihre kurzfristigen Auswirkungen begrenzt bleiben.
Die Bank behält zwar ihren positiven Ausblick bei, warnt jedoch davor, dass weitere Gewinne maßvoller ausfallen könnten, insbesondere wenn ein anhaltender Waffenstillstand zu einer breiteren Erholung anderer Währungen führt.

