Öl steigt in Richtung 115 USD/bbl, da Trumps Frist immer näher rückt
• Die Eskalation im Nahen Osten verschärft sich mit Angriffen im Iran, in Saudi-Arabien und in Israel
• Raketenaktivität trifft wichtiges saudisches Industriezentrum in Jubail
• Die USA signalisieren begrenzten Appetit auf weitere Fristverlängerungen
• Die Reaktion des Iran wird als „hart“ angesehen, ist aber immer noch eine Verhandlungstaktik
• Pentagon-Briefing abgesagt, was die Unsicherheit erhöht
• USD-Firmen bescheiden; FX-Bereiche relativ begrenzt
Der Ölpreis weitete seine Zuwächse aus, wobei die WTI-Rohöl-Futures auf über 115 USD/Barrel stiegen, da sich die Märkte der von Präsident Trump am Dienstagabend gesetzten Frist für den Iran näherten, während die geopolitischen Spannungen in der gesamten Region weiter eskalierten.
Die Entwicklungen über Nacht deuteten auf eine Ausweitung des Konfliktausdrucks hin. In Bahrain wurden Explosionen gemeldet, in der Ostprovinz Saudi-Arabiens heulten Sirenen. Iranische Quellen meldeten erneute Angriffe auf die Infrastruktur, darunter einen Flughafen in Kashan, während Israel Berichten zufolge eine aktualisierte Liste iranischer Energie- und Infrastrukturziele als Notfallplanung für den Fall eines Scheiterns der Diplomatie genehmigte.
Die bedeutendste Entwicklung schienen Streiks im saudi-arabischen Industriezentrum Jubail zu sein, einem wichtigen Zentrum für Petrochemie und Energieproduktion, das etwa 7 % des BIP des Königreichs ausmacht. Während die saudischen Behörden erklärten, sie hätten sieben ballistische Raketen abgefangen, die auf die östliche Region zielten, sollen Trümmer in der Nähe von Energieanlagen niedergegangen sein und die Schadensbewertung ist noch nicht abgeschlossen. Videos deuten darauf hin, dass es sich um mehr als Trümmer handelte und dass Einschläge sichtbar waren. Der Angriff unterstreicht eine bemerkenswerte Eskalation, da es im Vergleich zu anderen Golfstaaten relativ selten zu erfolgreichen Angriffen auf die Kerninfrastruktur Saudi-Arabiens kommt.
Andernorts nahmen die regionalen Spillover-Risiken weiter zu. Berichten zufolge wurden mit den USA verbundene Ziele in Kuwait und im Irak angegriffen, darunter ein Drohnenangriff auf einen US-Stützpunkt in Bagdad, während Israel nach Warnungen vor weiteren iranischen Raketenstarts an mehreren Orten im Süden Luftangriffssirenen aktivierte.
An der politischen Front verstärkte die Absage eines geplanten Pentagon-Briefings mit Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem Vorsitzenden der Joint Chiefs, Dan Caine, das Gefühl der Unsicherheit über die nächsten Schritte. Unterdessen berichtete Axios, dass US-Beamte zunehmend an einer erneuten Verlängerung der aktuellen Frist zweifeln, was darauf hindeutet, dass die Geduld innerhalb der Regierung nachlässt. Allerdings, so Axios weiter, interpretieren die USA die „harte“ Reaktion Irans weiterhin als Verhandlungstaktik und nicht als Ablehnung, was darauf hindeutet, dass die Diskussionen im Hintergrund weiterhin aktiv seien. Wichtig ist, dass Washington weiterhin flexibel bleibt und die Möglichkeit hat, militärische Maßnahmen zu verzögern, wenn sich ein glaubwürdiger Weg zu einer Einigung ergibt.
Abgesehen von der Geopolitik waren die Daten zu den Haushaltsausgaben Japans auf Jahresbasis enttäuschend, während der chinesische Yuan auf den stärksten Stand seit fast drei Jahren stieg.
Die breiteren Devisenbewegungen hielten sich relativ in Grenzen, wobei der USD im Vergleich zu den wichtigsten Währungen leicht zulegte. Aktien im asiatisch-pazifischen Raum entwickelten sich leicht positiv (Nikkei im Minus, KOSPI im Plus, China im Plus).
Insgesamt sind die Märkte weiterhin stark an geopolitische Entwicklungen gebunden, wobei Öl die Preisbewegung anführt, je näher die Frist rückt.
Die Geschichte ist auf der Seite des TACO. Wird es dieses Mal anders sein?

