Japans Dienstleistungssektor befindet sich weiterhin im Aufschwung, verliert jedoch etwas an Schwung, da ein schwächeres Nachfragewachstum, steigende Energiekosten und ein stark gesunkenes Geschäftsvertrauen auf unsicherere Aussichten hinweisen.
Zusammenfassung:
- Der PMI für den japanischen Dienstleistungssektor sinkt auf 53,4 (vorher 53,8), was immer noch ein solides Wachstum darstellt
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Das Wachstum der Auftragseingänge verlangsamt sich auf ein Dreimonatstief
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Der Kostendruck verschärft sich aufgrund des Energie- und Nahostkonflikts
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Die Verkaufspreisinflation bleibt hoch, lässt jedoch vom Höchststand ab nach
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Das Geschäftsvertrauen sinkt auf den niedrigsten Stand seit der Pandemie
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Das Beschäftigungswachstum schwächt sich aufgrund der schwächeren Nachfragedynamik ab
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Auch der zusammengesetzte PMI verlangsamt sich, was eine allgemeine Abschwächung bestätigt
Japans Dienstleistungssektor expandierte im März weiter, obwohl die Dynamik erste Anzeichen einer Abschwächung zeigte, da steigender Kostendruck und geopolitische Unsicherheit die Stimmung belasteten.
Der S&P Global Japan Services PMI fiel gegenüber dem 21-Monats-Hoch von 53,8 im Februar leicht auf 53,4, was ein langsameres, aber immer noch solides Wachstumstempo signalisiert. Die Aktivität hat nun zwölf Monate in Folge zugenommen, unterstützt durch eine stabile Nachfrage und steigende Kundenzahlen, wobei Finanzen und Versicherungen in allen Teilsektoren die größten Zuwächse verzeichneten.
Der Grundton des Berichts deutete jedoch auf eine Abschwächung der Vorwärtsdynamik hin. Das Wachstum der Neuaufträge verlangsamte sich auf ein Dreimonatstief, und die Unternehmen meldeten nur bescheidene Zuwächse beim Geschäftsvolumen. Während die Inlandsnachfrage robust blieb, hat sich das Expansionstempo gegenüber früheren Höchstständen abgeschwächt. Auch die Exportaufträge stiegen, allerdings in moderatem Tempo, obwohl dies einer der stärkeren Werte der letzten Monate war.
Gleichzeitig verschärfte sich der Kostendruck deutlich. Die Unternehmen verzeichneten den stärksten Anstieg der Inputpreise seit fast einem Jahr, wobei die Befragten überwiegend höhere Energie-, Treibstoff- und Rohstoffkosten anführten. Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten wurde ausdrücklich als Haupttreiber dieser Preissteigerungen hervorgehoben, da sie die globale Übertragung von Energieschocks auf die inländische Inflationsdynamik verstärkt.
Obwohl die Unternehmen weiterhin höhere Kosten weitergaben, ließ die Geschwindigkeit der Inflation der Erzeugerpreise gegenüber dem mehrjährigen Höchststand im Februar leicht nach, was darauf hindeutet, dass der Preissetzungsmacht gewisse Grenzen gesetzt sind.
Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt zeigte Anzeichen von Vorsicht. Die Beschäftigung stieg weiter an, allerdings langsamer, während sich die Rückstände verringerten, was auf einen geringeren Kapazitätsdruck hindeutet.
Vor allem das Geschäftsklima verschlechterte sich stark und fiel auf den niedrigsten Stand seit der Pandemie. Die Unternehmen verwiesen auf die erhöhte Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt und seinen Auswirkungen auf die weltweite Nachfrage und Inflation und unterstrichen damit, dass die Aussichten trotz der anhaltenden Expansion fragiler seien.

