Der Kanadische Dollar (CAD) fand am Freitag Raum auf der hohen Seite, kletterte um fast 0,9 % und sicherte dem Loonie die zweite Woche in Folge deutliche Zuwächse. Der CAD hat gegenüber dem US-Dollar (USD) von unten nach oben fast 2,2 % zugelegt, seit er Anfang November ein Siebenmonatstief erreichte.
Die kanadischen Arbeitsmarktdaten fielen im November weitaus besser aus als erwartet, wobei die kanadische Wirtschaft weit mehr Arbeitsplätze geschaffen hat als erwartet. Die kanadische Arbeitslosenquote fiel auf den niedrigsten Stand seit August 2024.
Die Inflationsdaten des US-amerikanischen Personal Consumption Expenditures Price Index (PCE) vom September fielen ebenfalls etwas besser aus als erwartet, was dazu beitrug, dass die Risikobereitschaft des breiten Marktes hoch blieb, da die Anleger mit einem dritten Anstieg in Folge rechnen Federal Reserve (Fed) Zinssenkung im Dezember. Der Greenback ist am Freitag auf breiter Front im Aufwind und bietet den Loonie-Bullen weitere Unterstützung.
Tägliche Zusammenfassung der Marktbeweger: Kanadische Beschäftigungszahlen übertreffen die Erwartungen und geben Loonie Auftrieb
- Der Kanadische Dollar stieg am Freitag um 0,85 % gegenüber dem US-Dollar und trieb den Loonie gegenüber dem Greenback auf ein neues Zehn-Wochen-Hoch.
- Die Loonie-Stärke in Kombination mit einem schwankenden US-Dollar hat das USD/CAD-Paar wieder von der 1,4000-Marke nach unten gedrückt, und die Preisbewegung bewegt sich nun wieder auf der rückläufigen Seite des 200-Tage-Exponential Moving Average (EMA) nahe 1,3925.
- Die kanadische Arbeitslosenquote sank auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr und fiel auf 6,5 %.
- Die Nettoveränderung der Beschäftigung in Kanada verzeichnete im November Nettozuwächse an neuen Arbeitsplätzen in Höhe von 53,6.000, deutlich über dem prognostizierten Rückgang von 5.000.
- Die wichtigsten PCE-Inflationskosten in den USA fielen schwächer aus als erwartet, und auch die Indikatoren für die Verbraucherstimmung in den USA erholten sich stärker als erwartet, was die Markthoffnungen auf eine dritte Zinssenkung in Folge durch die Federal Reserve (Fed) am 10. Dezember festigte.
Preisprognose für kanadischen Dollar
Die starke Entwicklung des Kanadischen Dollars am Freitag hat den Kurs in die Höhe getrieben USD/CAD tiefer ins Bärenland. Die Preisbewegung befindet sich jetzt auf der unteren Seite des 200-Tage-EMA. Obwohl die technischen Oszillatoren beginnen, Warnsignale für überverkaufte Bedingungen zu signalisieren, ist es unwahrscheinlich, dass eine zinsbullische Rückkehr zum Mittelwert die Marke von 1,4000 zurückerobert, ohne dass sich die Marktstimmung strukturell verändert.
USD/CAD-Tageschart

Häufig gestellte Fragen zum Kanadischen Dollar
Die Schlüsselfaktoren für den kanadischen Dollar (CAD) sind die Höhe der von der Bank of Canada (BoC) festgelegten Zinssätze, der Ölpreis, Kanadas größter Export, die Gesundheit seiner Wirtschaft, die Inflation und die Handelsbilanz, die die Differenz zwischen dem Wert der kanadischen Exporte und der kanadischen Importe darstellt. Weitere Faktoren sind die Marktstimmung – unabhängig davon, ob Anleger risikoreichere Vermögenswerte übernehmen (Risk-on) oder sichere Häfen suchen (Risk-off) – wobei Risk-on CAD-positiv ist. Als größter Handelspartner des Landes ist die Gesundheit der US-Wirtschaft auch ein wichtiger Einflussfaktor für den kanadischen Dollar.
Die Bank of Canada (BoC) hat erheblichen Einfluss auf den kanadischen Dollar, indem sie die Höhe der Zinssätze festlegt, die Banken einander leihen können. Dies beeinflusst die Höhe der Zinssätze für alle. Das Hauptziel der BoC besteht darin, die Inflation durch eine Anhebung oder Senkung der Zinssätze bei 1–3 % zu halten. Relativ höhere Zinssätze wirken sich tendenziell positiv auf den CAD aus. Die Bank of Canada kann auch quantitative Lockerungs- und Straffungsmaßnahmen nutzen, um die Kreditbedingungen zu beeinflussen, wobei erstere CAD-negativ und letztere CAD-positiv sind.
Der Ölpreis ist ein Schlüsselfaktor, der den Wert des kanadischen Dollars beeinflusst. Erdöl ist Kanadas größter Export, daher hat der Ölpreis tendenziell einen unmittelbaren Einfluss auf den CAD-Wert. Wenn der Ölpreis steigt, steigt im Allgemeinen auch der CAD, da die Gesamtnachfrage nach der Währung steigt. Das Gegenteil ist der Fall, wenn der Ölpreis fällt. Höhere Ölpreise führen tendenziell auch zu einer größeren Wahrscheinlichkeit einer positiven Handelsbilanz, was sich ebenfalls positiv auf den CAD auswirkt.
Während die Inflation traditionell immer als negativer Faktor für eine Währung angesehen wurde, da sie den Wert des Geldes senkt, ist in der heutigen Zeit mit der Lockerung der grenzüberschreitenden Kapitalverkehrskontrollen tatsächlich das Gegenteil der Fall. Eine höhere Inflation führt tendenziell dazu, dass die Zentralbanken die Zinssätze erhöhen, was mehr Kapitalzuflüsse von globalen Anlegern anzieht, die nach einem lukrativen Ort für die Aufbewahrung ihres Geldes suchen. Dadurch steigt die Nachfrage nach der Landeswährung, im Fall Kanadas dem Kanadischen Dollar.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten misst die Gesundheit der Wirtschaft und kann Auswirkungen auf den kanadischen Dollar haben. Indikatoren wie das BIP, PMIs für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungs- und Verbraucherstimmungsumfragen können alle die Richtung des CAD beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für den Kanadischen Dollar. Dies zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern könnte auch die Bank of Canada dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, was zu einer stärkeren Währung führt. Bei schwachen Wirtschaftsdaten dürfte der CAD jedoch fallen.

