Laut Goldman Sachs unterschätzen die Märkte das Risiko einer weiteren Zinssenkung durch die EZB
Goldman Sachs warnte, dass die Märkte möglicherweise zu selbstgefällig gegenüber dem politischen Kurs der Europäischen Zentralbank seien, und argumentierte, dass das Risiko einer weiteren Zinssenkung weiterhin unterbewertet sei, nachdem die EZB die Kreditkosten am Donnerstag unverändert gelassen habe:
Die Bank sagte, die jüngsten Daten aus der Eurozone seien „durchwachsen“ gewesen, da die Wachstumsdynamik immer noch fragil sei und die Inflation in einigen Volkswirtschaften schneller nachlasse als erwartet. Goldman wies darauf hin, dass die geplanten fiskalpolitischen Konjunkturmaßnahmen in Deutschland langsamer als erwartet ausfallen könnten, was den kurzfristigen Erholungsimpuls dämpfen könnte.
Dem Vermerk zufolge werden die Expertenprognosen der EZB vom Dezember entscheidend für die Gestaltung der nächsten Phase der politischen Debatte unter den gemäßigten Mitgliedern sein. Sollten die Inflationsprognosen hinter den Erwartungen zurückbleiben, geht Goldman davon aus, dass die Zentralbank in der ersten Hälfte des Jahres 2026 zu einer weiteren Zinssenkung übergehen könnte, auch wenn die politischen Entscheidungsträger vorerst Geduld betonen.

