Laut IWF landet Australien sanft, aber Inflation und globale Risiken erfordern politische Wachsamkeit.
Zusammenfassung:
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Der IWF geht davon aus, dass Australien eine sanfte Landung erreicht und das Wachstum nach einem schwachen Jahr 2024 wieder auf etwa 2 % ansteigt.
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Die Inflation ließ nach und beschleunigte sich dann wieder, wobei der zugrunde liegende Preisdruck Ende 2025 wieder über 3 % lag.
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Das Wachstum dürfte im Jahr 2026 bei etwa 2 % liegen, gestützt durch eine Lockerung der Geldpolitik und eine stärkere private Nachfrage.
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Die Risiken tendierten zu einem langsameren Wachstum und einer höheren Inflation angesichts der globalen Handelsunsicherheit und inländischen Angebotsengpässen.
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Politische Leitlinien: Wachsamkeit erforderlich, mit Unterstützung für die datenabhängige Haltung der RBA und die mittelfristige Haushaltskonsolidierung.
Der Internationale Währungsfonds hat seine abgeschlossen 2026 Artikel-IV-Konsultation mit Australiender die Wirtschaft als „sanfte Landung“ einstuft, warnt jedoch davor, dass die Risiken weiterhin in Richtung eines langsameren Wachstums und eines erneuten Inflationsdrucks tendieren.
Die wirtschaftliche Dynamik verbesserte sich bis 2025, wobei das BIP-Wachstum im Septemberquartal im Jahresvergleich auf 2,1 % stieg, nachdem das Jahr 2024 gedämpft war. Die Erholung wurde durch eine allmählich zunehmende private Nachfrage unterstützt. Da sich die Kapazitätsreserven verringerten, ließ die Inflation bis Mitte 2025 nach, was eine Lockerung der Geldpolitik ermöglichte. Seitdem hat sich der Preisdruck jedoch wieder verstärkt, und die zugrunde liegende Inflation kletterte im dritten Quartal 2025 wieder auf über 3 %.
Die Arbeitsmarktlage entspannt sich allmählich von einem zuvor angespannten Niveau. Die Arbeitslosenquote ist leicht auf 4,3 % gestiegen, obwohl sie im historischen Vergleich immer noch niedrig ist. Unterdessen hat die Lockerung der finanziellen Bedingungen zu einem Anstieg der Immobilienpreise beigetragen, und die Wohnungsbauinvestitionen beginnen sich zu erholen.
Für die Zukunft geht der IWF davon aus, dass sich die Expansion fortsetzt. Das Wachstum wird für 2025 auf 1,9 % geschätzt und soll 2026 auf 2,1 % steigen, gestützt durch die verzögerten Auswirkungen früherer geldpolitischer Lockerungen und eine gefestigtere Verbraucherstimmung. Es wird erwartet, dass die Inflation im zweiten Halbjahr 2027 in die Mitte des Zielbands der Reserve Bank of Australia von 2–3 % zurückkehren wird, da der Preisdruck bei Dienstleistungen nachlässt. Es wird erwartet, dass sich das Lohnwachstum weiter verlangsamt, was zum Teil auf die schwache Produktivitätsentwicklung zurückzuführen ist.
Der Fonds warnte davor, dass die Risiken weiterhin nach unten gerichtet seien. Globale Handelsspannungen, Finanzmarktvolatilität und Schwankungen der Rohstoffpreise könnten die Nachfrage belasten, während inländische Angebotsengpässe und anhaltende Arbeitskräfteknappheit die Inflation verlängern könnten. Auch Klimarisiken und die Verschiebung der globalen Energienachfrage stellen mittelfristige Herausforderungen dar.
Die Direktoren befürworteten die jüngste Verschärfung der Geldpolitik der Reserve Bank of Australia und ihren datenabhängigen Ansatz und betonten die Notwendigkeit von Wachsamkeit angesichts der Unsicherheit. Sie begrüßten die Fortschritte bei der Stärkung der Governance und Kommunikation der Zentralbanken.
Im Hinblick auf die Finanzpolitik unterstützte der IWF eine mittelfristige Konsolidierung zum Wiederaufbau von Puffern sowie gezielte Reformen zur Steigerung der Produktivität und zur Verbesserung des Wohnungsangebots. Während die Risiken für die Finanzstabilität als begrenzt angesehen werden, betonten die Direktoren die kontinuierliche Überwachung, makroprudenzielle Flexibilität und koordinierte Strukturreformen, um das langfristige Wachstum und die Widerstandsfähigkeit zu stärken.

