Zusammenfassung:
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Morgan Stanley geht davon aus, dass das Aktienpotenzial bis 2026 anhält
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Sechs kombinierte Katalysatoren werden von den Märkten als unterbewertet angesehen
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Das EPS-Wachstum im mittleren Zehnerbereich untermauert den optimistischen Ausblick
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Eine lockerere Politik und Deregulierung unterstützen die Bewertungen
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S&P 500-Ziel liegt bei 7.800
Laut den Strategen von Morgan Stanley haben die Aktienmärkte bis ins Jahr 2026 noch erhebliches Aufwärtspotenzial. Sie argumentieren, dass die Anleger die kombinierte Wirkung mehrerer starker Rückenwinde für Risikoanlagen unterschätzen. Trotz drei aufeinanderfolgender Jahre mit starken Aktienrenditen ist die Bank davon überzeugt, dass der breitere Markt für eine anhaltende Erholung und nicht für einen bevorstehenden Abschwung gerüstet ist.
In einer am Montag veröffentlichten Strategiemitteilung sagte der Chefstratege für US-Aktien, Mike Wilson, dass einzelne bullische Faktoren zwar ausführlich diskutiert wurden, die Märkte ihre kumulative Wirkung jedoch noch nicht vollständig eingepreist hätten. Zusammengenommen könnten diese Katalysatoren den aktuellen Zyklus bis weit ins Jahr 2026 hinein verlängern, insbesondere wenn die Gewinndynamik intakt bleibt und die Geldpolitik unterstützender wird.
1. Die erste und wichtigste Säule ist der Ertrag. Morgan Stanley erwartet für 2026 ein Wachstum des Gewinns pro Aktie im mittleren Zehnerbereich, ein Tempo, das mit der historisch starken Aktienperformance im Einklang steht. Dieser Ausblick untermauert die Zuversicht der Bank, dass die Bewertungen hoch bleiben können, ohne dass es zu einer umfassenden Herabstufung kommt.
2. Die Deregulierung ist ein weiterer wichtiger Rückenwind, insbesondere für Finanzwerte. Wilson wies auf bevorstehende Änderungen der Kapitalregeln für Banken hin, darunter die Finalisierung der erhöhten zusätzlichen Verschuldungsquote, die nach Ansicht von Analysten eine deutliche Verbesserung der Kapitalproduktivität der Banken bewirken könnte. Dies wiederum könnte zu höheren Eigenkapitalrenditen und höheren Ausschüttungen an die Aktionäre im gesamten Sektor führen.
3. Auch die Geldpolitik spielt eine wichtige Rolle. Morgan Stanley prognostiziert, dass die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen unter 3,75 % fallen wird, wobei die Federal Reserve voraussichtlich im Januar und April die Zinsen senken wird. Die Wiederaufnahme kurzfristiger Anleihekäufe verstärkt den akkommodierenden politischen Hintergrund weiter, was historisch gesehen ein positives Signal für Risikoanlagen ist.
4. Die Einführung künstlicher Intelligenz bleibt ein struktureller Treiber. Interne Analysen deuten darauf hin, dass ein wachsender Anteil der Unternehmen bereits verbesserte Gewinnmargen durch den KI-Einsatz meldet, was die Annahme bestärkt, dass sich Produktivitätssteigerungen in realem Gewinnwachstum niederschlagen und kein langfristiges Versprechen bleiben.
5. Makrofaktoren sorgen für weitere Unterstützung. Die Bank geht davon aus, dass die Ölpreise und der US-Dollar weiter sinken, was die Treibstoffkosten für Verbraucher senken und die Gewinne global agierender Unternehmen steigern würde. Da rund 30 % der Umsätze des S&P 500 im Ausland erwirtschaftet werden, könnten Währungseffekte für einen erheblichen Aufschwung sorgen.
6. Abschließend argumentiert Wilson, dass die Bewertungen noch Raum für eine Ausweitung haben. Er weist auf historisch günstige Bedingungen für eine Multiple-Expansion, eine Bewertungslücke zwischen Durchschnittswerten und Index-Schwergewichten sowie auf verbesserte Wachstumsrevisionen bei Mega-Cap-Technologieunternehmen hin.
Sektoral bevorzugt Morgan Stanley Finanzwerte, Gesundheitswesen, zyklische Konsumgüter, Industriewerte und Small-Cap-Aktien. Für ein breites Engagement bekräftigte die Bank ihr S&P-500-Ziel für 2026 von 7.800, was ein zweistelliges Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert.

