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Während die FTSE-Aktie eine beeindruckende Rallye erlebt, gibt es immer noch viele Value-Aktien, aus denen Anleger möglicherweise Kapital schlagen können. Und unter diesen Ständen Autotrader-Gruppe (LSE:AUTO).
Nach einem schmerzhaften Einbruch von 37 % in den letzten sechs Monaten wird der Online-Automobilmarkt jetzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur noch 14,5 gehandelt. Das hört sich vielleicht nicht sofort so an, als ob sich die Aktien im Value-Aktien-Bereich befinden. Aber es ist das günstigste KGV für Autotrader-Aktien seit dem Börsengang im Jahr 2015!
Könnte dies eine großartige Kaufgelegenheit für langfristige Anleger sein?
Was ist los?
Es ist eines der profitabelsten Unternehmen überhaupt Londoner Börse mit Nettomargen von über 47 %. Daher ist es etwas seltsam, dass die Autotrader-Aktien fallen. Den Anlegern geht es jedoch offenbar weniger um Gewinnmargen als vielmehr um Wachstum bzw. dessen Fehlen.
In seinen jüngsten Zwischenergebnissen für das Geschäftsjahr 2026 (Ende März) werden Umsatz, Betriebsgewinneund der Cashflow aus dem operativen Geschäft stiegen alle um 5 %, 6 % bzw. 7 % und erreichten Rekordhöhen.
Das ist sicherlich ein ermutigendes Zeichen. Es ist jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein einstelliges Wachstum für ein Unternehmen, das in der Vergangenheit und durchweg ein starkes zweistelliges Wachstum erzielt hat, nicht das ist, was Anleger gerne sehen. Und es ist die Verlangsamung, die die Analysten verunsichert.
Aber wenn man tiefer gräbt, wird das Preisrückgang könnte etwas übertrieben sein. Das schwache Wachstum ist nicht auf Wettbewerbsdruck oder mangelnde Nachfrage nach Plattformen zurückzuführen. Tatsächlich ist die Plattform von Autotrader weiterhin nahezu ein Monopol und kontrolliert über 75 % des Online-Autokaufmarkts.
Vielmehr liegt das Problem in der Angebots- und Nachfragedynamik. Aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen bleiben die Neuwagenverkäufe relativ schwach. Stattdessen ist die Nachfrage nach günstigeren Gebrauchtwagen sprunghaft angestiegen.
Das einzige Problem besteht darin, dass die Händler angesichts des knappen Angebots an Gebrauchtwagen nicht so viel Geld für die Werbung für ihre Angebote auf der Autotrader-Plattform ausgeben müssen. Daher ist die Fähigkeit des Managements, seine Premium-Marketingpakete an Kunden weiterzuverkaufen, derzeit begrenzt.
Bulle gegen Bär
Die Gefahr einer Abschwächung ist real und zeichnet sich bereits in den Finanzdaten des Konzerns ab. Doch letztlich ist die Dynamik von Angebot und Nachfrage letztlich zyklisch. Und da Autotrader seine branchenführende Stellung behält, wird das Wachstum höchstwahrscheinlich zurückkehren, wenn sich der Zyklus wieder in eine günstigere Richtung dreht.
Der genaue Zeitpunkt, zu dem diese Erholung eintreten wird, bleibt natürlich ein Rätsel.
Es gibt auch einige berechtigte längerfristige Bedenken, insbesondere wenn es um Elektrofahrzeuge (EVs) geht. Der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge erweist sich als ziemlich schwierig, da die Verbraucher Bedenken hinsichtlich des Restwerts des Fahrzeugs und der Langlebigkeit der Batterie haben.
Daher sind Händler bereits jetzt zurückhaltend bei der Bevorratung gebrauchter Elektrofahrzeuge. Und wenn sich dieses Muster fortsetzt, könnte es zu einem langfristigen Strukturwandel auf dem Gebrauchtwagenmarkt kommen, der sich negativ auf das Geschäft von Autotrader auswirkt.
Wo bleiben die Anleger? Autotrader-Aktien scheinen übermäßig abgestraft worden zu sein. Da die Zinssätze stetig sinken und die Möglichkeiten der Autofinanzierung erschwinglicher werden, dürfte sich der Neuwagenmarkt wieder erholen. Dies dürfte zu einer stärkeren Nachfrage der Kunden führen, ihre Angebote zu bewerben.
Die längerfristige Dynamik des Gebrauchtwagenmarktes muss genau beobachtet werden. Aber da der Aktienkurs scheinbar bereits eine Katastrophe einpreist, erscheint mir das Risiko-Ertrags-Verhältnis günstig und eine weitere Untersuchung wert.

