Der US-Dollar ist in diesem Jahr an den meisten Fronten im Minus, aber er kam nach Jahren der Gewinne. Das Team der Scotiabank empfiehlt, sich nicht zu sehr mit USD-Longpositionen zufrieden zu geben, da das Schlimmste noch bevorsteht.
In ihrem Ausblick „Focus On 2026“ bleiben Shaun Osborne und Eric Theoret aus Schottland bei ihrer Meinung: Sie sehen eine breite USD-Schwäche bis 2026 und bis 2027.
Die Kernthese hier ist einfach: Divergenz.
Scotia geht davon aus, dass die Fed die Zinsen deutlich senken und den Zielzins bis zum ersten Halbjahr 2026 auf 3 % senken wird. Unterdessen wird erwartet, dass andere große Zentralbanken ihre Geldpolitik kaum ändern oder sogar verschärfen werden.
Es ist der klassische Handel mit Zinsdifferenzen und untergräbt die beiden Säulen, die den Dollar so lange gehalten haben: höheres relatives Wachstum und diese saftigen Renditeunterschiede. Wir haben schon seit einiger Zeit vom „Ende des US-Exzeptionalismus“ gehört, aber Scotia geht davon aus, dass der eigentliche Schmerzpunkt für den USD im zweiten/dritten Quartal 2026 erreicht wird, da sich der US-Arbeitsmarkt verlangsamt und die Fed weiterhin gemäßigt bleibt.
Der Euro und der Yen: Die stillen Aufsteiger
Für den Euro wird erwartet, dass die EZB die Zinssätze unverändert lässt, was den EUR/USD in die Höhe treiben dürfte. Scotia strebt mittelfristig eine Bewegung in den Bereich von 1,22 bis 1,24 (Punkt 1,17) an.
Da die BoJ im Jahr 2026 eine leichte Straffung des Yen erwartet, erhält die Währung endlich etwas Aufmerksamkeit. Die Prognose lässt USDJPY bis Ende 2026 auf 140 und bis Ende 2027 auf 130 sinken. (Punkt bei 155,68)
Der konträre Handel: Kaufen Sie den Loonie
Wenn Sie auf der Suche nach einem Nicht-Konsens-Handel sind, dann ist dies genau das Richtige. Der Markt ist derzeit überwiegend short im CAD, aber Scotia sieht eine massive Trendwende bevor.
Während die Fed die Zinsen auf 3 % senkt, geht Scotia davon aus, dass die Bank of Canada in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 tatsächlich mit der Zinserhöhung beginnen wird.
Sie gehen davon aus, dass der Spread zwischen der Fed und der BoC – der derzeit gewaltige 175 Basispunkte beträgt – bis Ende nächsten Jahres auf nur noch 25 Basispunkte zusammenbrechen wird. Da dieser Rückgang eintritt, geht ihre Prognose davon aus, dass USDCAD bis zum Jahresende 2026 bei 1,35 liegen und bis 2027 auf 1,30 sinken wird. (Punkt bei 1,3775)
Schwellenländer: Vorsicht beim Peso
Für die Carry-Trader sind die Aussichten für den mexikanischen Peso (MXN) deutlich weniger rosig. Scotiabank ist hier trotz der Rendite pessimistisch.
Warum? Banxico senkt die Zinsen, während die Volatilität zunimmt. Der sich verengende Abstand zu den USA in Kombination mit der Handelsunsicherheit im Zusammenhang mit der CUSMA-Überprüfung lässt das Risiko-Ertrags-Verhältnis schlecht erscheinen. Sie gehen davon aus, dass USDMXN nächstes Jahr auf 19,00 und bis 2027 auf 20,40 steigen wird.
Scotiabank FX-Prognosen auf einen Blick
Hier sind die wichtigsten Niveaus, die sie für die Majors bis Dezember 2026 im Auge behalten:
- EURUSD: 1,21
- USDCAD: 1,35
- USDJPY: 140
- GBPUSD: 1,38
- USDMXN: 19,00
Wenn Scotia Recht hat, ist der Handel mit US-Renditen, der längerfristig höher ist, tot, und die Abkehr vom Dollar ist das große Makrospiel für 2026.

