Silber (XAG/USD) setzt seinen historischen Lauf am Dienstag fort und übersteigt zum ersten Mal die 60-Dollar-Marke, da sich die Aufwärtsdynamik im Vorfeld der Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) beschleunigt. Das Metall ist seit Jahresbeginn um mehr als 100 % gestiegen, unterstützt durch eine gemäßigtere Änderung der Zinserwartungen der Fed, strengere physische Angebotsbedingungen und eine starke Nachfrage sowohl seitens industrieller Abnehmer als auch seitens Investoren.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels wird XAG/USD um die 60,43 $ gehandelt und dringt damit in Neuland vor. Der jüngste Fortschritt erfolgt, da Händler weiterhin eine Zinssenkung der Fed um 25 Basispunkte (Bp.) am Mittwoch einpreisen, obwohl weiterhin Vorsicht geboten ist Gefüttert könnte auf eine langsamere Lockerung bis 2026 hinweisen.
Gleichzeitig unterstützen anhaltende geopolitische Spannungen die Rally zusätzlich und sorgen dafür, dass die Zuflüsse in sichere Häfen stabil bleiben. Die Doppelrolle von Silber als industrieller und defensiver Vermögenswert hat dazu beigetragen, dass Silber eine Outperformance erzielte Gold in diesem Jahr, wobei das gelbe Metall seit Jahresbeginn um fast 60 % gestiegen ist.
Aus technischer Sicht zeigt das Tages-Chart, dass XAG/USD deutlich über seinen kurz- und langfristigen gleitenden Durchschnitten gehandelt wird, wobei die 21-Tage-, 50-Tage- und 100-Tage-SMAs (Simple Moving Averages, SMAs) alle deutlich nach oben tendieren, was einen gut etablierten Aufwärtstrend unterstreicht.
Der jüngste Ausbruch über die jüngste Konsolidierungsphase signalisiert, dass die Käufer weiterhin die Kontrolle behalten und schafft die Voraussetzungen für eine mögliche Ausweitung der Rallye in Richtung 61 US-Dollar und darüber hinaus.
Auf der anderen Seite dürfte jeder Rückgang das Interesse von Abwärtskäufen wecken, wobei 59 US-Dollar als unmittelbare Unterstützung dienen, gefolgt von 57 US-Dollar. Eine stärkere Unterstützungszone liegt bei 54-55 US-Dollar, wo im Falle einer tieferen Korrektur der 50-Tage-SMA ins Spiel kommt.
Auch die Momentumsignale stützen den Aufwärtstrend Ausblick. Der Relative Strength Index (RSI) bleibt über 70 und zeigt starken Kaufdruck ohne klare Anzeichen von Ermüdung. Gleichzeitig steigt der Average Directional Index (ADX), was bestätigt, dass sich der Aufwärtstrend eher verstärkt als verlangsamt.
Häufig gestellte Fragen zu Silber
Silber ist ein unter Anlegern stark gehandeltes Edelmetall. In der Vergangenheit wurde es als Wertaufbewahrungsmittel und Tauschmittel genutzt. Obwohl es weniger beliebt ist als Gold, können Händler auf Silber zurückgreifen, um ihr Anlageportfolio zu diversifizieren, wegen seines inneren Wertes oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation. Anleger können physisches Silber in Münzen oder Barren kaufen oder es über Vehikel wie Exchange Traded Funds handeln, die seinen Preis auf internationalen Märkten verfolgen.
Der Silberpreis kann aufgrund einer Vielzahl von Faktoren schwanken. Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können aufgrund seines Status als sicherer Hafen zu einer Eskalation des Silberpreises führen, wenn auch in geringerem Maße als bei Gold. Als ertragsloser Vermögenswert tendiert Silber dazu, bei niedrigeren Zinssätzen zu steigen. Seine Bewegungen hängen auch davon ab, wie sich der US-Dollar (USD) verhält, wenn der Vermögenswert in Dollar (XAG/USD) bewertet wird. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell in Schach, während ein schwächerer Dollar die Preise wahrscheinlich in die Höhe treiben wird. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Bergbauangebot – Silber kommt viel häufiger vor als Gold – und Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird in der Industrie häufig verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik oder Solarenergie, da es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist – mehr als Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann die Preise erhöhen, während ein Rückgang sie tendenziell senkt. Auch die Dynamik in den Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China verwenden ihre großen Industriesektoren Silber in verschiedenen Prozessen; In Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine entscheidende Rolle bei der Preisgestaltung.
Der Silberpreis folgt tendenziell den Bewegungen von Gold. Wenn der Goldpreis steigt, folgt Silber in der Regel diesem Beispiel, da ihr Status als sicherer Hafen ähnlich ist. Das Gold/Silber-Verhältnis, das die Anzahl der Unzen Silber angibt, die erforderlich sind, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann dabei helfen, die relative Bewertung beider Metalle zu bestimmen. Einige Anleger betrachten eine hohe Quote möglicherweise als Indikator dafür, dass Silber unterbewertet oder Gold überbewertet ist. Im Gegenteil könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.

