SPX ist zurück an einem vertrauten Punkt – dem unteren Ende seines Kanals – und dieses Mal sieht es so aus, als wären wieder Käufer aufgetaucht. Die Preisbewegung erholte sich nach einem kurzen Anstieg deutlich von der Unterstützung und eroberte sowohl die Kanallinie als auch das 4-Stunden-Trendniveau zurück. Es handelt sich nicht um eine raketenartige Bewegung, aber sie ist stark genug, um darauf hinzuweisen, dass ein langsamer Aufwärtstrend im Gange sein könnte.
Das ist technisch gesehen die Geschichte. Der Makro-Hintergrund fügt jedoch immer noch eine Ebene von Rauschen zu einem scheinbar unkomplizierten Setup hinzu.
Der Makrohintergrund: Immer noch neblig
Das Hauptproblem im Moment sind nicht die Daten, sondern die Daten Mangel davon.
Mit Verzögerungen bei wichtigen US-Veröffentlichungen wie CPI und NFPmuss der Markt auf zweitrangige Indikatoren wie ISM und ADP verzichten. Dadurch ist eine seltsame Dynamik entstanden: große Reaktionen auf kleine Datenmengen.
Kurz gesagt, wir befinden uns in einer „datenblinden“ Zone. Die Fed geht in ihre nächste Sitzung ohne die wichtigsten Inflations- und Beschäftigungszahlen, auf die sie sich normalerweise verlässt, was bedeutet, dass der Markt die Lücken füllen muss. Das führt tendenziell zu übertriebenen Reaktionen – in beide Richtungen.
Wovon der Markt derzeit auszugehen scheint:
- Keine kurzfristige Rezession
- Die Inflation lässt immer noch langsam nach
- Die Fed wird wahrscheinlich vorsichtig und nicht restriktiv bleiben
Das ist genug, damit SPX mithalten kann, aber nicht genug, um höher zu explodieren. Das Basisszenario ist also ein langsamer, ungleichmäßiger Anstieg – genau wie die Grafik zeigt.
Technische Sicht: SPX hält seinen Kanal
Halten wir es einfach.
- Trendstruktur: Noch intakt. Der breitere Aufwärtstrendkanal, der seit dem Sommer besteht, bleibt gültig. Der letzte Tropfen markierte die untere Grenze fast perfekt, bevor er wieder abprallte.
- Schwung: Der Aufschwung von den Tiefstständen war heftig, kühlt sich aber bereits etwas ab. Das ist typisch nach einem Kapitulationszug – kurzzeitige Abgänge von Spielern, die Platz für einen stetigeren Aufstieg schaffen.
- Unterstützungsbereich: Etwa 6.550–6.600 – hier haben die Käufer eingegriffen, und es wird nun zur Schlüssellinie, die es zu verteidigen gilt.
- Widerstand: Der erste echte Test liegt bei etwa 6.780–6.800. Darüber hinaus gibt es noch Platz in Richtung der oberen Mittellinie des Kanals (~6.900).
- Verankerter VWAP: Der Preis hat ANVWAP zurückerobert, was eine weitere Ebene der kurzfristigen Unterstützung hinzufügt. Solange es so bleibt, bleibt die Tendenz leicht bullisch.
Die Struktur besagt im Wesentlichen: Sofern wir nicht unter das jüngste Tief fallen, führt der Weg des geringsten Widerstands immer noch nach oben – nur nicht aggressiv.
Marktverhalten im Moment
Selbst mit den fehlenden Daten ist die Stimmung am Markt relativ stabil. Defensive Sektoren und große Technologieunternehmen sind erneut führend, während zyklische Titel unverändert bleiben. Das ist normalerweise ein Zeichen dafür, dass Anleger gerne am Markt bleiben, aber nicht das volle Risiko eingehen.
Es handelt sich nicht um eine breite Rallye, sondern eher um eine selektive Stärke, die den Index über Wasser hält.
Das entspricht dem, was wir auf dem Chart sehen: kontrollierte Bewegungen, flache Einbrüche und ein Rhythmus, der eher einem Grind als einem Ausbruch ähnelt.
Basisszenario-Ausblick
SPX respektiert weiterhin den Kanal und baut eine höhere Tiefststruktur um die 6.600-Marke auf.
Solange die Gefüttert Bleibt vorsichtig und die fehlenden Daten schockieren die Erwartungen später nicht, der Markt kann bis Dezember weiter steigen.
- Basisfall: Unruhiger, langsamer Aufwärtstrend, angeführt von Megacaps.
- Risiko tragen: Ein plötzlicher heißer Inflationsindikator oder ein schlechter ISM-Wert könnten einen kurzfristigen Rückgang auslösen.
- Bullenüberraschung: Die Rotation des Momentums in breitere Sektoren könnte die Krise endlich in einen klaren Aufwärtsschub verwandeln.
Aber im Moment ist die Botschaft sowohl der Preisbewegung als auch der Positionierung dieselbe – langsam und stetig.

