TL;DR-Zusammenfassung:
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Südkorea wird Anfang nächsten Jahres einen Fahrplan für die Aktualisierung des MSCI-Index veröffentlichen.
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Der Schritt zielt auf seit langem bestehende Barrierefreiheitsdefizite ab, die Korea derzeit als aufstrebenden Markt bewahren.
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Die Einbeziehung könnte erhebliches ausländisches Kapital anziehen und den „Korea-Rabatt“ verringern.
Das südkoreanische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen hat bestätigt, dass es Anfang nächsten Jahres einen detaillierten Fahrplan bekannt geben wird, der darauf abzielt, sich die Aufnahme in den MSCI Developed Market Index zu sichern, ein langjähriges Ziel, das den Zustrom internationaler Investoren in die Kapitalmärkte des Landes neu gestalten könnte.
Trotz seines Status als viertgrößte Volkswirtschaft Asiens wird Südkorea seit über einem Jahrzehnt von MSCI als Schwellenland eingestuft und wurde 2014 aufgrund von Zugänglichkeitsbeschränkungen und regulatorischen Hindernissen sogar von der Beobachtungsliste der entwickelten Märkte gestrichen. Während andere Benchmark-Anbieter wie FTSE Russell Korea als entwickelt einstufen, hat die Klassifizierung von MSCI einzigartige Auswirkungen auf passive Investitionsströme. Analysten schätzen, dass eine Hochstufung Milliarden von Dollar an ausländischem Kapital anziehen könnte, da indexgebundene Fonds ihre Allokationen anpassen.
Der geplante Fahrplan der Regierung wird sich voraussichtlich auf die Verbesserung der Marktzugänglichkeit konzentrieren und auf strukturelle Probleme abzielen, auf die MSCI wiederholt hingewiesen hat, wie etwa Beschränkungen auf dem Devisenmarkt und beim Anlegerzugang. Die jüngsten Reformen, darunter eine erweiterte ausländische Beteiligung und mögliche Maßnahmen zur Öffnung der Devisenmärkte, unterstreichen Seouls umfassendere Strategie, seine Märkte investierbarer zu machen.
Der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung hat diesen Vorstoß öffentlich als Teil der Beendigung des sogenannten „Korea-Abschlags“ bezeichnet, einem Begriff, der die Bewertungslücke zwischen koreanischen Aktien und Konkurrenten in entwickelten Märkten beschreibt. In Reden im Ausland brachte Lee die MSCI-Einbeziehung mit der Stärkung des Anlegervertrauens und der Vertiefung der globalen Kapitalintegration in Verbindung.
Ein Upgrade auf den MSCI Developed Market Index erfolgt nicht über Nacht. Dabei handelt es sich in der Regel um eine zwischenzeitliche Watchlist-Phase, die den globalen Anlegern Zeit gibt, sich vor der vollständigen Aufnahme anzupassen, worauf häufig eine ausführliche Bewertung der Reformen in der Praxis folgt.
Für Südkorea würde ein Erfolg nicht nur seine wirtschaftliche Reife und Marktinfrastruktur widerspiegeln, sondern könnte auch erhebliche passive Zuflüsse freisetzen, die Liquidität verbessern und seine Stellung in der globalen Investitionslandschaft stärken.
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Der globale Indexanbieter Morgan Stanley Capital International (MSCI).

