Die geldpolitische Entscheidung der BOE wird um 1200 GMT zuerst bekannt gegeben und es wird allgemein erwartet, dass die Zentralbank heute die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird. Dadurch wird der Leitzins von 4,00 % auf 3,75 % gesenkt, wobei die Abstimmung über den Leitzins interessant sein könnte. Es wird erwartet, dass es eine knappe Entscheidung wird, mit einem 5:4-Urteil für eine Senkung des Leitzinses. Das Zünglein an der Waage dürfte dieses Mal der BOE-Gouverneur selbst, Andrew Bailey, sein.
Was ist also im Preis für den Umzug enthalten?
Aus heutiger Sicht rechnen Händler bereits heute mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 98 % für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte. Daher sind die Risiken für die Pfund-Währung extrem hoch, auch wenn die Abstimmung über den Leitzins noch näher rückt. Eine überraschende Entscheidung könnte durchaus zu erheblichen Störungen in der Positionierung der Händler führen, nicht nur für den Pfund, sondern auch für den Markt für britische Staatsanleihen. Seien Sie also vorsichtig.
Mit Blick auf das nächste Jahr rechnen Händler mit Zinssenkungen von etwa 68 Basispunkten bis Ende 2026 (einschließlich der heutigen Bewegung). Die nächste Zinssenkung ist für April 2026 geplant, nachdem Anfang der Woche ein schwächerer VPI-Bericht für Großbritannien veröffentlicht wurde. Es wurde bereits vor den Inflationszahlen für Juli 2026 eingepreist.
Was die EZB betrifft, so wird ihre geldpolitische Entscheidung um 13:15 Uhr GMT fällig sein und sollte einfacher ausfallen. Die Zentralbank hat deutlich gemacht, dass sie abwartend festsitzt, und die Marktteilnehmer rechnen schon seit geraumer Zeit damit. Im Hinblick auf die jüngsten Entwicklungen gab es keine großen Überraschungen, die den Ausblick verändert hätten.
Erwarten Sie also kein Feuerwerk, denn Lagarde wird weiterhin mehr Geduld bei der Abwägung der Risiken für die EZB im nächsten Jahr predigen.
Was die Marktpreise angeht, gehen die Händler davon aus, dass es bei diesem Treffen zu etwa 98 % keiner Änderung kommen wird und dass auch für 2026 keine weiteren Zinssenkungen eingepreist sind. Die Aufgabe der EZB liegt nun darin, die Märkte dahingehend zu steuern, dass sie das Potenzial für eine weitere Zinssenkung erkennen. Angesichts der hartnäckigen Inflation insbesondere in Deutschland wird dies jedoch schwierig.

