Wir befinden uns nun in der fünften Woche des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Obwohl der US-Präsident wiederholt erklärt hat, dass der Sieg nahe sei und dass die Situation bald gelöst werde, bleiben die Spannungen hoch und könnten weiter eskalieren und sich negativ auf die Lage auswirken Dow-Jones-Index Und XAGUSD dabei.
Einerseits könnten die in der Region stationierten US-Luftlandetruppen bei zusätzlichen Bodenoperationen neben den Marines und Spezialeinheiten eingesetzt werden, einschließlich der Eroberung der Insel Khark. Andererseits könnte der Iran über seine Stellvertreter, die jemenitischen Huthi, mit der Blockade der Bab-el-Mandeb-Straße reagieren.
Dies erklärt, warum die Ölpreise trotz der Entscheidung der Internationalen Energieagentur, 400 Millionen Barrel Öl auf den Markt zu bringen, überhaupt nicht fallen.
Für Ölimportländer ist die Situation eindeutig ein Albtraum. Indien und Europa haben bereits davor gewarnt, dass der Konflikt im Nahen Osten ihr Wirtschaftswachstum zu beeinträchtigen beginnt. Was ist mit China, dem größten Ölverbraucher der Welt?
Das Jahr begann für China stark. Nach Angaben des National Bureau of Statistics stiegen die Gewinne chinesischer Industrieunternehmen in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 im Jahresvergleich um 15,2 %, was eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem mageren Wachstum von 0,6 % im Jahr 2025 darstellt.
Was die Marktleistung angeht, sind die Indizes Hang Seng und CSI 300 seit Beginn des Konflikts um etwa 6 % bzw. 5 % gefallen, verglichen mit einem Rückgang von etwa 9 % beim Stoxx 600, was darauf hindeutet, dass China den Sturm bisher besser übersteht als Europa.
Diese Widerstandsfähigkeit ist größtenteils auf eine bessere Vorbereitung zurückzuführen.
Konkret hat China enorme Ölreserven angehäuft – rund 1,4 Milliarden Barrel – genug, um die Inlandsnachfrage für etwa drei bis vier Monate zu decken, wenn die Importe vollständig eingestellt würden. Darüber hinaus tragen staatliche Kontrollen der Kraftstoffpreise, der Ausbau erneuerbarer Energien und der anhaltende Übergang zu Elektrofahrzeugen dazu bei, die Auswirkungen abzufedern.
Es hilft auch, dass China im Gegensatz zu Europa seine Lieferantenbasis nicht einschränkt, auch nicht aus Russland. Darüber hinaus könnten steigende Ölpreise die weltweite Einführung von Elektrofahrzeugen beschleunigen, was China direkt zugute kommen würde.
Das Problem besteht jedoch darin, dass steigende Energiekosten, wenn die Krise im Nahen Osten anhält, die Inflation antreiben und das globale Wachstum verlangsamen könnten, was unweigerlich China treffen würde, da die Exporte – die im vergangenen Jahr für etwa ein Drittel des Wirtschaftswachstums verantwortlich waren – nach wie vor ein wichtiger Motor der Wirtschaft des Landes sind.

