West Texas Intermediate (WTI) fiel leicht, nachdem es über seinem vorherigen Schlusskurs eröffnet hatte, und wurde während der asiatischen Handelszeiten am Montag bei etwa 62,80 USD pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise veränderten sich kaum, da die Händler angesichts der anhaltenden geopolitischen Entwicklungen vorsichtig blieben. Es wird keine Vertragsabwicklung geben, da die Märkte in den Vereinigten Staaten (USA) wegen des Präsidententags geschlossen sind, während die Handelsaktivitäten in Asien gedämpft sind, da in China, Südkorea und Taiwan die Neujahrsfeiertage nach dem Mondkalender begangen werden.
Der Fokus richtet sich auf die zweite Runde der US-Iran-Gespräche, die am Dienstag in Genf stattfinden soll. Dabei signalisiert Teheran seine Bereitschaft zu nuklearen Zugeständnissen, wenn Washington Sanktionen annimmt. US-Präsident Donald Trump hat wiederholt vor möglichen Angriffen gewarnt, sollten die Verhandlungen scheitern, da die USA ihre regionale Militärpräsenz verstärken.
Auch die von den USA vermittelten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine sollen am Dienstag wieder aufgenommen werden, allerdings bleiben die Erwartungen an eine schnelle Lösung und eine Rückkehr des russischen Öls auf die Weltmärkte begrenzt. Der slowakische Premierminister Robert Fico warf der Ukraine am Sonntag vor, die Wiederinbetriebnahme einer Pipeline, die russisches Öl über ihr Territorium nach Osteuropa transportiert, zu verzögern, um Ungarn wegen seiner Opposition gegen eine mögliche Mitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union (EU) unter Druck zu setzen.
Die Ölpreise könnten durch das reichliche weltweite Angebot Gegenwind bekommen. Reuters berichtete, dass die OPEC+ (Organisation erdölexportierender Länder und Verbündete) nach einer dreimonatigen Pause dazu neigt, die Produktionssteigerungen ab April wieder aufzunehmen, um sich auf die Spitzennachfrage im Sommer vorzubereiten.
Häufig gestellte Fragen zu WTI-Öl
WTI-Öl ist eine Art Rohöl, das auf internationalen Märkten verkauft wird. WTI steht für West Texas Intermediate, eine der drei Hauptsorten, darunter Brent und Dubai Crude. WTI wird aufgrund seiner relativ geringen Schwerkraft bzw. seines relativ geringen Schwefelgehalts auch als „leicht“ und „süß“ bezeichnet. Es gilt als hochwertiges Öl, das sich leicht raffinieren lässt. Es wird in den Vereinigten Staaten beschafft und über den Hub in Cushing vertrieben, der als „Pipeline-Knotenpunkt der Welt“ gilt. Es ist ein Maßstab für den Ölmarkt und der WTI-Preis wird häufig in den Medien angegeben.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Somit kann das globale Wachstum ein Treiber für eine erhöhte Nachfrage und umgekehrt für ein schwaches globales Wachstum sein. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot stören und sich auf die Preise auswirken. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe großer Ölförderländer, sind ein weiterer wichtiger Preistreiber. Der Wert des US-Dollars beeinflusst den Preis von WTI-Rohöl, da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, sodass ein schwächerer US-Dollar Öl erschwinglicher machen kann und umgekehrt.
Die wöchentlichen Ölbestandsberichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) wirken sich auf den Preis von WTI-Öl aus. Bestandsveränderungen spiegeln schwankende Angebots- und Nachfrageschwankungen wider. Wenn die Daten einen Rückgang der Lagerbestände zeigen, kann dies auf eine erhöhte Nachfrage hinweisen, die den Ölpreis in die Höhe treibt. Höhere Lagerbestände können auf ein erhöhtes Angebot zurückzuführen sein und die Preise drücken. Der API-Bericht wird jeden Dienstag und der EIA-Bericht am darauffolgenden Tag veröffentlicht. Ihre Ergebnisse sind in der Regel ähnlich und liegen in 75 % der Fälle innerhalb von 1 % voneinander. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da es sich um eine Regierungsbehörde handelt.
OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die bei zweimal jährlich stattfindenden Treffen gemeinsam über Förderquoten für die Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI-Öl aus. Wenn die OPEC beschließt, die Quoten zu senken, kann sie das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Wenn die OPEC die Produktion erhöht, hat das den gegenteiligen Effekt. OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe, die zehn weitere Nicht-OPEC-Mitglieder umfasst, von denen Russland das bemerkenswerteste ist.

