Silber (XAG/USD) wird am Freitag leicht höher gehandelt, da der US-Dollar (USD) und die Renditen von Staatsanleihen nachlassen, nachdem die Daten zu den US-amerikanischen Nonfarm Payrolls (NFP) schwächer als erwartet ausgefallen sind. Trotz der Intraday-Erholung bleibt das weiße Metall auf dem Weg zu seinem ersten wöchentlichen Rückgang seit drei Wochen.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels wird XAG/USD um die 84,27 US-Dollar gehandelt, was einem Anstieg von fast 2,73 % gegenüber dem Tag entspricht, nachdem es sich von einem Tagestief bei 80,17 US-Dollar erholt hatte.
Unterdessen bietet der eskalierende Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiterhin eine gewisse grundlegende Unterstützung für sichere Häfen und trägt dazu bei, tiefere Verluste beim Silber zu begrenzen.
Steigende Ölpreise aufgrund von Versorgungsunterbrechungen durch die Straße von Hormus schüren jedoch weltweite Inflationssorgen. Infolgedessen reduzieren Händler ihre Erwartungen Federal Reserve (Fed)-Zinssenkungen, die tendenziell das nicht nachgebende Metall belasten.
Aus technischer Sicht ist Silber zeigt Anzeichen einer Konsolidierung, nachdem er sich zuvor vom oberen Bollinger-Band zurückgezogen hat diese Woche. Auf dem Tages-Chart versucht die Preisbewegung, sich um das mittlere Bollinger-Band nahe 83 US-Dollar zu stabilisieren, das auch als 20-Tage-Simple Moving Average (SMA) dient und die kurzfristige Tendenz neutral bis leicht bullisch hält.
Momentum-Indikatoren deuten auf einen Mangel an starker Richtungsüberzeugung hin. Der Relative Strength Index (RSI) bewegt sich nahe der 50er-Marke, was auf eine ausgeglichene Dynamik nach dem jüngsten Rückgang hindeutet.
Der MACD-Indikator (Moving Average Convergence Divergence) (12, 26, Schlusskurs, 9) flacht in der Nähe der Nulllinie ab, was auf ein nachlassendes rückläufiges Momentum hindeutet, obwohl die MACD-Linie leicht unter der Signallinie bleibt.
Der Average Directional Index (ADX) tendiert nach unten in die Nähe von 18, was auf eine Abschwächung der Trendstärke hindeutet und die Ansicht bestärkt, dass der Markt in eine bereichsgebundene Phase übergegangen ist.
Auf der anderen Seite könnte ein entscheidender Durchbruch unter das mittlere Bollinger-Band das untere Bollinger-Band um 72 US-Dollar als nächste Unterstützungsmarke freilegen, gefolgt vom Swing-Tief im Februar bei 64,08 US-Dollar.
Auf der anderen Seite wäre ein klarer Durchbruch über das obere Bollinger-Band nahe 93,86 US-Dollar erforderlich, um neues Kaufinteresse zu wecken. Eine Bewegung über dieses Niveau hinaus könnte die Tür zur psychologischen Marke von 100 US-Dollar öffnen, die die Gewinne zunächst begrenzen könnte, bevor es zu einer möglichen Ausweitung in Richtung eines erneuten Tests des Allzeithochs bei 121,66 US-Dollar kommt.
Häufig gestellte Fragen zu Silber
Silber ist ein unter Anlegern stark gehandeltes Edelmetall. In der Vergangenheit wurde es als Wertaufbewahrungsmittel und Tauschmittel genutzt. Obwohl es weniger beliebt ist als Gold, können Händler auf Silber zurückgreifen, um ihr Anlageportfolio zu diversifizieren, wegen seines inneren Wertes oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation. Anleger können physisches Silber in Münzen oder Barren kaufen oder es über Vehikel wie Exchange Traded Funds handeln, die seinen Preis auf internationalen Märkten verfolgen.
Der Silberpreis kann aufgrund einer Vielzahl von Faktoren schwanken. Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können aufgrund seines Status als sicherer Hafen zu einer Eskalation des Silberpreises führen, wenn auch in geringerem Maße als bei Gold. Als ertragsloser Vermögenswert tendiert Silber dazu, bei niedrigeren Zinssätzen zu steigen. Seine Bewegungen hängen auch davon ab, wie sich der US-Dollar (USD) verhält, wenn der Vermögenswert in Dollar (XAG/USD) bewertet wird. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell in Schach, während ein schwächerer Dollar die Preise wahrscheinlich in die Höhe treiben wird. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Bergbauangebot – Silber kommt viel häufiger vor als Gold – und Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird in der Industrie häufig verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik oder Solarenergie, da es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist – mehr als Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann die Preise erhöhen, während ein Rückgang sie tendenziell senkt. Auch die Dynamik in den Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China verwenden ihre großen Industriesektoren Silber in verschiedenen Prozessen; In Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine entscheidende Rolle bei der Preisgestaltung.
Der Silberpreis folgt tendenziell den Bewegungen von Gold. Wenn der Goldpreis steigt, folgt Silber in der Regel diesem Beispiel, da ihr Status als sicherer Hafen ähnlich ist. Das Gold/Silber-Verhältnis, das die Anzahl der Unzen Silber angibt, die erforderlich sind, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann dabei helfen, die relative Bewertung beider Metalle zu bestimmen. Einige Anleger betrachten eine hohe Quote möglicherweise als Indikator dafür, dass Silber unterbewertet oder Gold überbewertet ist. Im Gegenteil könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.

