Silber (XAG/USD) wird am Freitag etwas niedriger gehandelt und pendelt zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels um 59,90 $, was einem leichten Rückgang von 0,08 % gegenüber dem Tag entspricht. Das weiße Metall kämpft darum, seinen Aufschwung fortzusetzen, da die erneuten Spannungen im Nahen Osten die Besorgnis über eine anhaltende Inflation schüren und die Erwartungen verstärken Federal Reserve (Fed) könnte das Interesse wecken Tarife.
Die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran hat die Besorgnis über die Energieversorgung wiederbelebt, die Ölpreise steigen lassen und die Erwartungen einer anhaltenden Inflation gestärkt. Dieser Hintergrund hält die Erwartungen einer geldpolitischen Straffung aufrecht und belastet nicht renditestarke Vermögenswerte wie Silber.
Laut dem CME-FedWatch-Tool preisen die Märkte derzeit eine hohe Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinserhöhung vor Jahresende ein. Das Ausblick unterstützt auch den US-Dollar (USD), dessen Erholung die Attraktivität von auf USD lautenden Edelmetallen einschränkt.
Unterdessen beobachten Investoren weiterhin die jüngsten diplomatischen Entwicklungen zwischen Washington und Teheran. Medienberichten deuten darauf hin, dass die technischen Gespräche trotz der militärischen Auseinandersetzungen fortgesetzt werden, was die Hoffnung auf eine Deeskalation nährt, die die Spannungen auf den Energiemärkten lindern könnte.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex (VPI) am Dienstag. Der Inflationsbericht könnte die Erwartungen an den Zinspfad der Fed prägen und den nächsten großen Katalysator für den Silberpreis darstellen.
Häufig gestellte Fragen zu Silber
Silber ist ein unter Anlegern stark gehandeltes Edelmetall. In der Vergangenheit wurde es als Wertaufbewahrungsmittel und Tauschmittel genutzt. Obwohl es weniger beliebt ist als Gold, können Händler auf Silber zurückgreifen, um ihr Anlageportfolio zu diversifizieren, wegen seines inneren Wertes oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation. Anleger können physisches Silber in Münzen oder Barren kaufen oder es über Vehikel wie Exchange Traded Funds handeln, die seinen Preis auf internationalen Märkten verfolgen.
Der Silberpreis kann aufgrund einer Vielzahl von Faktoren schwanken. Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können aufgrund seines Status als sicherer Hafen zu einer Eskalation des Silberpreises führen, wenn auch in geringerem Maße als bei Gold. Als ertragsloser Vermögenswert tendiert Silber dazu, bei niedrigeren Zinssätzen zu steigen. Seine Bewegungen hängen auch davon ab, wie sich der US-Dollar (USD) verhält, wenn der Vermögenswert in Dollar (XAG/USD) bewertet wird. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell in Schach, während ein schwächerer Dollar die Preise wahrscheinlich in die Höhe treiben wird. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Bergbauangebot – Silber kommt viel häufiger vor als Gold – und Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird in der Industrie häufig verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik oder Solarenergie, da es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist – mehr als Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann die Preise erhöhen, während ein Rückgang sie tendenziell senkt. Auch die Dynamik in den Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China verwenden ihre großen Industriesektoren Silber in verschiedenen Prozessen; In Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine entscheidende Rolle bei der Preisgestaltung.
Der Silberpreis folgt tendenziell den Bewegungen von Gold. Wenn der Goldpreis steigt, folgt Silber in der Regel diesem Beispiel, da ihr Status als sicherer Hafen ähnlich ist. Das Gold/Silber-Verhältnis, das die Anzahl der Unzen Silber angibt, die erforderlich sind, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann dabei helfen, die relative Bewertung beider Metalle zu bestimmen. Einige Anleger betrachten eine hohe Quote möglicherweise als Indikator dafür, dass Silber unterbewertet oder Gold überbewertet ist. Im Gegenteil könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.

